Martin Recke

Co-Founder @nextconf, corporate editor @AccentureSong, PR guy, blogger, journalistic background, political scientist, theology, singer, father, landlord, roman-catholic.

Geld verdienen mit Web 2.0

Es geht nicht um Sender, sondern um Formate!
Der Onlinevermarkterkreis – das sind die Jungs, die derzeit mit Web 1.0 richtig Geld verdienen und sich etwas verunsichert fragen, ob das mit Web 2.0 eigentlich so bleiben wird – der Onlinevermarkterkreis also (genauer gesagt der Arbeitskreis Media im BVDW) traf sich gestern in Hamburg und lauschte den Referaten von Matthias Schrader und Sören Stamer zu eben jener Frage: Geld verdienen mit Web 2.0 – und wie verändert sich die Rolle von Vermarktern und Agenturen im Angesicht von Phänomenen wie IP-TV und Video (YouTube & Co.), Social Web und user-generated content? Die Folien von Matthias Schrader gibt es jetzt hier auf dem Fischmarkt. Die Tonspur trägt Matthias Schrader gern bei passender Gelegenheit ein zweites Mal vor.

Kongressblogger – aber richtig

Es kommt immer mehr in Mode (und das ist auch gut so), Blogger ähnlich wie Journalisten für Kongresse zu akkreditieren und aktiv um sie zu werben. Der heute in Offenbach bei Frankfurt begonnene Web-2.0-Kongress tut es, bei Chance Web 2.0 vor zwei Wochen in Köln war es auch nicht anders, und einst im Mai bei der next10years hatten wir es genauso gehalten.

Doch wie immer in solchen Sachen kann man Fehler machen. Hier die acht gängigen Irrtümer:

  1. Hauptsache, es bloggt überhaupt jemand, egal wer. Falsch! Es sollten schon die richtigen sein – Menschen, die sich mit dem Thema auch sonst befassen, die darüber schreiben und demzufolge auch Leser haben, die sich für das Kongressthema interessieren.
  2. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Falsch! Die Wildcards für Blogger sollten weder in der Reihenfolge des Bewerbungseingangs noch per Los vergeben werden. Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Der Kongressveranstalter muss die Blogger, die er gerne dabei hätte, aktiv auswählen und einladen. Weitere Interessenten werden sich dann schon von selbst melden, denn Blogger sind vernetzte Wesen.
  3. Kongressblogger dürfen nicht bezahlt werden, damit ihre Authentizität nicht in Gefahr gerät. Falsch! Es kann nötig und sinnvoll sein, zum Beispiel Fahrtkosten zu übernehmen oder auch ein Honorar zu zahlen. Und irgendwer muss ja auch das Kongressblog füllen, während die Veranstaltung läuft. Das kann gut ein Gastblogger tun – die Veranstalter dürften derweil wohl anderes zu tun haben.
  4. Wir brauchen kein Kongressblog. Falsch! Jedem Kongress steht heute ein Blog gut zu Gesicht. Es gibt keinen effizienteren Weg, mit Teilnehmern, Interessenten, Journalisten und Bloggern dauerhaft in Kontakt zu bleiben, sie mit aktuellen Informationen zu versorgen und Feedback zu bekommen. Und dann gilt die Herberger-Devise: Nach dem Kongress ist vor dem Kongress.
  5. Kongressblogger müssen bezahlt werden, damit sie überhaupt kommen und nichts Böses über den Kongress schreiben. Auch falsch! Bestechung funktioniert in den seltensten Fällen. Häufig fliegt sie auf und damit dem Veranstalter um die Ohren. Oder bezahlen Sie auch Journalisten?
  6. Blogger sind unbestechlich. Ebenso falsch! Es kann nützlich sein, sie gut zu behandeln – Steckdosen und W-LAN zum Beispiel werden gern genommen. Arbeitstische helfen ebenfalls. Und diverse Goodies nehmen auch Blogger entgegen. Vielleicht nicht alle, aber viele.
  7. Kongressblogger müssen Eintritt zahlen wie jeder andere Teilnehmer auch. Erst recht falsch! Mancher Blogger ist vielleicht eher ein zufällig bloggender Teilnehmer und wird gern zahlen, weil er genau weiß, dass am Ende irgendjemand die Rechnung übernehmen muss, weil er den Wert der Veranstaltung kennt oder er selbst hohen Nutzen aus dem Kongress ziehen kann. Das hängt auch von der Höhe des Eintritts ab – schon mal an Sondertarife für Blogger gedacht?
  8. Ich brauche keine Blogger auf meinem Kongress. Falsch! Das mag für die Norddeutschen Obstbautage noch gelten (aber auch nur, bis dort der erste Saftblogger auftaucht) – für die meisten Kongresse gilt es nicht mehr. Die Suche nach den relevanten Blogs kann nicht früh genug beginnen. Denn vielleicht findet sich so auch der eine oder andere interessante Referent – jenseits der üblichen Verdächtigen, die seit mindestens zehn Jahren immer wieder ihre Köpfe hinhalten.

Web-2.0-Presseschau

Zwischen der umfangreichen Berichterstattung (Danke, Oliver!) vom Web-2.0-Kongress geht das webzwonullige Leben da draußen weiter. Zwei Artikel – aus der Welt von heute und der FAZ von morgen (auch das übrigens macht das Web möglich) – beleuchten zwei Seiten derselben Medaille:
Ulrike Langer beschreibt in der Welt, wie und warum Marken mit ihrer Werbung ins Netz gehen – und dort selbst Fernsehen (und anderes) machen, statt wie bisher beim klassischen TV die fertig produzierten Reichweiten einzukaufen:

Um junge Konsumenten dort zu packen, wo sie für Werbung noch empfänglich sind, schichten vor allem internationale Markenriesen wie Coca Cola, Toyota oder die Konsumgüterkonzerne Proctor & Gamble und Johnson & Johnson immer größere Teile ihrer Werbebudgets in Richtung Internet um. Dafür wird bei der Fernsehwerbung gekürzt. Allein Coca Cola schaltete im Jahr 2001 noch TV-Spots bei den großen US-Networks im Wert von 270 Millionen US-Dollar. 2004 und 2005 waren es nur noch rund 190 Millionen Dollar, und die Tendenz setzt sich fort.

Holger Schmidt kommentiert in der FAZ zuverlässig wie immer den Google/YouTube-Deal. Anderer Anlass, gleiche Logik:

In großem Stil werden zur Zeit Werbebudgets ins Netz verlagert. Anders als im Web 1.0 müssen Nutzer mit gleichen Interessen nicht mühsam auf eine Internetseite gelockt werden, um ihnen dann dort Werbung zu präsentieren. Heute treffen und gruppieren sich die Nutzer spontan und ohne teure Werbekampagnen im Netz. Damit wird das Internet zum idealen Werbeumfeld, um Zielgruppen zu erreichen, die sich mit den traditionellen Massenmedien kaum punktgenau erreichen lassen.

Wie schnell sich eine Investition in eine Online-Gemeinschaft rechnen kann, hat jüngst Medientycoon Rupert Murdoch gezeigt. Für 580 Millionen Dollar hat er Myspace übernommen, um nur wenig später 900 Millionen Dollar von Google zu kassieren, damit Google als Suchmaschine auf Myspace präsent ist.

Ähnlich wird sich auch der YouTube-Deal rentieren, da ist sich Schmidt sicher. Diesmal allerdings wird Google kassieren.

Wozu ein Businessplan?

Dialog in der Cafeteria:

Kollegin: Mattes, hattet ihr damals eigentlich einen Businessplan?
Matthias Schrader: Nein, hatten wir nicht.
Kollege: Da seht ihr’s! Einen Businessplan braucht kein Mensch.
Kollegin: Aber ihr wusstet schon so ungefähr, was ihr verkaufen wollt?
Matthias Schrader: Ja, und außerdem war unsere Anfangsinvestition ein Gewerbeschein für 25 Mark. Einen Businessplan braucht man immer dann, wenn man Geld ausgeben will, das man nicht hat.

Fünf Jahre sind genug!

Renault Clio, rot

Fünf Jahre lang bin ich mit meinem kleinen, roten
Clio tagaus, tagein zur Arbeit gefahren. Er hatte zwar ein paar Macken, hat mich
aber nie im Stich gelassen. Doch jetzt ist Schluss: Er muss weg.

Die ungeschminkte Wahrheit steht bei
mobile.de
. Über den Preis lässt sich noch reden. Fischmarkt-Leser bekommen einen Sonderrabatt.

Mediathek 2.0

sz-mediathek.de
Die SZ-Mediathek hat jetzt eine Markierungswolke und sieht auch sonst ganz frisch aus. Die Tagcloud ist eine Art Trendbarometer und zeigt an, wonach Mediathek-Nutzer zuletzt am häufigsten gesucht haben.
Neu ist auch die Navigation zur Linken, die das Vollsortiment der Mediathek erschließt. Der Süddeutsche Verlag will künftig mehr Umsatz mit dem Vollsortiment aller lieferbaren Bücher machen. Die sich stetig vermehrenden hauseigenen Editionen (SZ-Bibliothek, Cinemathek & Co.) gingen schon von Anfang an gut weg.
Das Projekt hat SinnerSchrader Neue Informatik realisiert.

arena wächst schneller

Logo arena
Schon 900.000 Kunden hat arena (laut Welt) inzwischen, und noch vor Weihnachten will arena-Chef Dejan Jocic dem millionsten Kunden ein Geschenk überreichen:

Damit habe der Bezahlsender seine Pläne nicht nur eingehalten, sondern übererfüllt. Ursprünglich hatte die Tochter des Kabelkonzerns Unity Media angekündigt, bis zum Jahreswechsel eine Million Kunden erreichen zu wollen.

Heute startet arena eine neue Werbeaktion für Satellitenkunden.