
Der Design- und Webstandards-Podcast Technikwürze feiert sein einjähriges Bestehen mit einer Diskussionsrunde. Dabei sind Peter Müller, Jens Grochtdreis (SinnerSchrader Studios Frankfurt) und David Maciejewski.
Und da wir schon beim Thema sind: Ein Blick in den Adventskalender der Webkrauts kann auch nicht schaden.
Martin Recke
Live von der Le Web 3

Seit gestern trifft sich das Who is who der europäischen Webszene in Paris auf der Le Web 3. Von dort berichtet live unser Korrespondent Mark Pohlmann. Hier sein erster (von gestern) und sein zweiter Bericht. (Simon Perres ist übrigens in Deutschland besser als Schimon Peres bekannt.)
Die angekündigten Live-Videos funktionieren dem Anschein nach nicht. Nachtrag 14:27 Uhr: Gerade fängt mein Kopfhörer an zu quaken – es gibt ein Livebild aus Paris.
Web 2.0: Was ist dran am Hype?

Wie immer ohne Tonspur: die Folien (Flash, 52 MB) zu einem Vortrag, den Matthias Schrader am 27. November bei der Deutschen Bank in Frankfurt hielt.
Nein, leider können wir die Tonspur nicht nachliefern. 😉
Nachtrag: Auf vielfachen Wunsch kommt hier eine Alternative zu Flash – die Folien als Quicktime-Movie (75 MB).
Zuerst Produkt und Thema
Zwei (natürlich nicht neue, aber trotzdem wertvolle) Erkenntnisse vom ersten Social Web Marketing Forum am Nikolaustag:

Kommunikation 2.0 ist per definitionem offene Kommunikation. Und die kann (in Marketing und Vertrieb) nur funktionieren, wenn auch das Produkt stimmt. Ist das nicht der Fall, dann sollte man zuerst das Produkt in Ordnung bringen und erst danach darüber sprechen. (Friederike Ahlers, Frosta)

Es geht nicht um Werkzeuge. Niemand braucht ein Blog oder ein Forum, wenn er kein Thema hat. Deshalb sollte man zuerst fragen, was das Thema ist, und dann darüber kommunizieren. Nicht umgekehrt. (Oliver Rengelshausen, o2)
openBC notiert bei 30 Euro
Für 30 Euro geht die openBC-Aktie an die Börse, und exakt auf 30 Euro lautet auch der erste Kurs.
Der erste Börsengang der Ära Bubble Web 2.0 ist damit in trockenen Tüchern. Glückwunsch an Lars Hinrichs & Co.!
Mit 30 Euro wird openBC am unteren Ende der Preisspanne bewertet, die bis 38 Euro reichte. Da alle Aktien plaziert wurden, liegt der Gesamterlös aus dem Börsengang bei 75,2 Millionen Euro, openBC ist damit 156 Millionen Euro wert.
12.38 Uhr
Der Kurs hängt seit drei Stunden wie festgenagelt kurz über der 30-Euro-Marke. Was jetzt vermutlich geschieht: Die Konsortialbanken kaufen, solange das Angebot größer als die Nachfrage ist, Stück für Stück den Greenshoe zurück.
14.52 Uhr
Der Kurs ist unverändert. Ben Schwan rechnet vor, wer wieviel bekommt und hat eine erste Presseschau.
15.17 Uhr
Wann und wo hat Lars Hinrichs die wahrscheinlich erste öffentliche Andeutung zum möglichen Börsengang von openBC gemacht? Es war am 11. Mai auf der Next 10 Years in Hamburg. Hier der Videobeweis (die Passage beginnt in der 37. Minute):
Christian Rickens hat den Dialog im manager magazin 7/2006 niedergeschrieben:
Hinrichs: „Auf jeden Fall, wir haben eine Bubble 2.0, und es wird auch wieder eine gewisse Down-Phase geben.“
Leybold: „Bubble 2.0 ist ein großer Ausdruck. Im Moment wird zwar alles ein bisschen überbewertet. Aber wir haben noch nicht die Börse, die überreagiert wie in den späten 90ern.“
Hinrichs: „Das heißt, wir haben noch zwei Jahre, um einen Börsengang zu machen?“
(Wird fortgesetzt.)
Kabel-Nachfolge geregelt
Bei Jung von Matt/Next treten Matthias Maurer (Beratung) und Simone Ashoff (Kreation) die Nachfolge von Peter Kabel an, der zum Jahresende geht, wie schon im Juli öffentlich vermutet wurde. So jedenfalls berichtet heute der Kontakter und meldet es die w&v.
openBC kostet 30 bis 38 Euro
Die Zeichnungsfrist hat heute begonnen und endet am Mittwoch für Privatanleger um 12.00 Uhr (MEZ) und für institutionelle Anleger um 14.00 Uhr (MEZ).
Mit 30 bis 38 Euro wird die Aktie eher am unteren Ende der im Börsenprospekt nachzulesenden Erwartungen bewertet, die bis 58 Euro reichten. Der Gesamterlös aus dem Börsengang würde, falls alle Aktien plaziert werden, zwischen 75,2 und 95,4 Millionen Euro liegen, openBC wäre dann 156 bis knapp 198 Millionen Euro wert.
Die Million ist voll

Punktgenau erreicht unser Kunde arena sein im Oktober angehobenes Ziel, noch vor Weihnachten den millionsten Kunden zu begrüßen. Glückwunsch!
Der virtuelle Konzern

Ziemlich wenig Touristik hier auf dem Fischmarkt, bemerkte neulich ein A-Blogger im Gespräch. Stimmt. Das muss anders werden.
Das manager magazin hat im Dezemberheft eine sehr schöne Geschichte (nicht online) über Expedia, das auf dem besten Wege ist, die herkömmlichen Touristikkonzerne links zu überholen.
Mit einen Bruttoumsatz (=bewegtes Reisevolumen) von 15,6 Milliarden Dollar liegt Expedia heute schon knapp hinter der TUI und deutlich vor Thomas Cook – mit einem Bruchteil der Mitarbeiter (TUI: 50.500, Thomas Cook: 23.300, Expedia: 6.500). Der operative Gewinn kann sich sehen lassen. Der Unterschied:
Die Internettouristiker arbeiten
- ohne eigene Hotels, Flugzeuge oder Auskunftsagenturen,
- ohne Kataloge,
- ohne langfristig kalkulierte Preise,
- ohne Abhängigkeit von Reisebüros.
Ihre Ware kaufen sie frei am Markt und reichen sie mit einem Aufschlag weiter, meist via Internet, gelegentlich auch per Callcenter.
Was den etablierten Touristikern laut manager magazin Sorgen bereitet, ist das wachsende Eigengeschäft von Expedia. Die Bausteinreise kommt, aber anders als TUI & Co. sich das gedacht haben. Dabei setzt auch TUI inzwischen 1,8 Milliarden Euro im Internet um.
Ein hübscher Betrag, der allerdings vor allem bei Tochtergesellschaften anfiel: bei hauseigenen Fluglinien wie HLX oder beim Last-Minute-Spezialisten L’Tur, an dem der Konzern beteiligt ist.
Nur wegen Weihnachten

Morgen startet mit Dealjaeger.de ein spannendes und ambitioniertes Social-Shopping-Angebot. Der Fischmarkt sprach mit Sven Schmidt, einem der Gründer.
Woher kommt die Idee von dealjaeger.de? Gibt es Vorbilder?
Sven Schmidt: Vorbilder ist übertrieben. Wir sind von einer Reihe von Seiten inspiriert worden. Klar, dazu gehört auch digg.com. Aber auch eine Community für Smart Shopper wie FatWallet.com. Lies: Wir haben uns viel angeschaut, aber letztendlich ist Dealjaeger.de eine eigene Idee.
Wie lange haben Sie von der Idee bis zum Launch gebraucht?
Ein überschaubarer Zeitraum. Wir haben im Closed Beta so viel richtig gutes Feedback bekommen… und schaffen es gar nicht, das kurzfristig umzusetzen. Der Launch kommt jetzt nur wegen Weihnachten.
Wie sieht Ihr Geschäftsmodell aus? Womit werden Sie Geld verdienen?
Kurzfristig primär durch die Monetarisierung von Click-Outs. Aber wir haben noch ein paar andere Ideen.
Die Ideen möchten wir natürlich gerne hören.
Mit den zukünftigen Ideen… will ich doch Ihre Leser zum Launch nicht verwirren. Da führen wir lieber im Februar noch ein Gespräch. Ich finde es auch klasse, wenn wir öfter im Fischmarkt erwähnt werden.
Wie muss ich mir das vorstellen – schließen Sie individuelle Deals mit Händlern und Anbietern?
Kurzfristig werden wir die Click-Outs über Deals mit Anbietern wie Shopping.com, Mentasys oder Affilinet zu Geld machen. Direkte Partnerschaften mit Merchants sind für später angedacht. Erstmal müssen wir relevant werden.
Wie sieht die Strategie aus, um relevant zu werden?
Kurzfristig arbeiten wir mit PR, speziellen Promotions im Dezember und Januar und daran, das Produkt zu optimieren. Wenn wir es in den nächsten Wochen schaffen, das Feedback der Blogosphere gut umzusetzen, wird das Produkt rocken! Ab morgen gibt es eine große Adventsaktion. Die OTS-Mitteilung haben wir gerade rausgehauen.
Die Adventsaktion startet mit einer semiprominenten Moderatorin – spielt TV eine Rolle in Ihrer Kommunikation?
Damit TV-Werbung Sinn macht, muss unser Produkt noch besser für den Massenmarkt verständlich werden. Derzeit ist es etwas zu stark auf den Experten ausgelegt. Daher kurzfristig nein.
Anna Heesch ist eine tolle Frau. Intelligent, begabt und umwerfend. Und vor allem ein großes Herz. Das Kinder-Hospiz Sternenbrücke ist eine sehr wichtige Einrichtung!
Ok, ich nehme das despektierliche Wort semiprominent zurück und behaupte das Gegenteil. Noch einmal zurück zu Idee und Geschäftsmodell. Was war zuerst da – die Idee oder das Geschäftsmodell?
Idee und Geschäftsmodell kann man nicht immer trennen. Aber nach der Idee haben wir einen richtig großen Einfall zum Geschäftsmodell bekommen. Daher stand die Idee schon im Vordergrund.
Dieser richtig große Einfall zum Geschäftsmodell war aber wahrscheinlich noch nicht das Affiliatemodell, das Sie jetzt fahren, oder?
Nein, das aktuelle Modell war sofort da. Das ist ja auch ein No-Brainer.
Schön gesagt. Kann aber auch gut funktionieren, siehe billigflieger.de.
Darauf basieren alle Preisvergleiche etc. Kann definitiv sehr gut funktionieren. Manche Leute sind damit sehr reich geworden. Aber Copy & Paste wäre zu langweilig…
Ich sehe, dass Sie für dealjaeger.de eine eigene Firma gegründet haben. Gibt es neue Investoren?
Die Dealjaeger GmbH i.G. gehört zu jeweils 50% meinem Mitgründer Daniel Grözinger und mir. Wir sind selbst finanziert.
Soll das so bleiben? Wann folgt die erste Finanzierungsrunde?
Wenn wir so ein Angebot wie Sevenload von der Ströer Gruppe (15 Millionen Bruttowerbeleistung für 10 Prozent) bekommen, werden wir nicht nein sagen.
Die Zeit ist um, meine Fragen sind alle. Vielen Dank und viel Erfolg mit dealjaeger.de!
Danke. Und viele Deals jagen!
Nachtrag: Die Fragen, die ich zu stellen vergaß, hat Jochen Krisch gestellt. Und Antworten bekommen.
Foto: Neun Live
Daniel Grözinger im Interview mit Lukasz Gadowski