Martin Recke

Co-Founder @nextconf, corporate editor @AccentureSong, PR guy, blogger, journalistic background, political scientist, theology, singer, father, landlord, roman-catholic.

Vorhang auf!

Der OTTO Store auf otto.de
Der größte Launch aller Zeiten war gestern. Jetzt kommt die spannendste Anwendung, die es für Windows Vista bis jetzt gibt.

Der OTTO-Store ist eines der Top-10-Strategieprojekte, mit denen zum Launch von Microsoft Windows Vista Anwendungsbeispiele demonstriert werden. Er wurde von OTTO in Zusammenarbeit mit den SinnerSchrader Studios realisiert, die als Kreativagentur auf den Bereich Digitale Medien spezialisiert sind.

Aus der Pressemitteilung der OTTO Group
Pressebild OTTO
Pressebild OTTO
Der OTTO Store hat es mit Windows Vista übrigens bis in die Tagesthemen geschafft (ab 2:40 Inzwischen ist der Vista-Beitrag nicht mehr online – auch ein bemerkenswerter Vorgang übrigens).
Tagesthemen vom 29.01.2007 im Windows Media Player
Besonders nett, wie Tom Buhrow fast den Moderationsgag versemmelt… public-beta.com schreibt:

OTTO hat es tatsächlich geschafft, den ganz dicken E-Commerce Knaller für 2007 auszulegen. Nach der Social Commerce Euphorie in 2006 schlagen die Großen jetzt mit schweren Geschützen zurück.

Und Chairman Bill William Henry Gates III, der immer noch aussieht wie gerade frisch von der Uni, war gestern bei Jon Stewart in der Daily Show:

Mehr zum OTTO Store bei ibusiness, bei Matt Balara, der am Projekt mitgearbeitet hat, und bei André Schuster, der gern am Projekt mitgearbeitet hätte.

Verdrängt Web 2.0 die Massenmedien?

Deutscher Handels-Werbekongress 2007: New Communication - Handelswerbung im digitalen Zeitalter!

Diese Frage – längst nicht mehr rein akademisch, aber dafür rhetorisch – hat inzwischen auch die Handelswerbung erreicht. Auf dem Deutschen Handels-Werbekongress 2007 beschäftigt sich damit ein Medien-Gipfel auf prominentem Platz am ersten Kongressvormittag.

Die Keynote („Zukunft Digitalisierung! – Haben klassische Medien ausgedient? Kommunikation in der Ökonomie der Peer Production“) hält Miriam Meckel, Professorin für Corporate Communication und Direktorin des Institutes für Medien- und Kommunikationsmanagement an der Hochschule St. Gallen. Danach folgt ein Impulsreferat von Matthias Schrader zum Thema „Retail Advertising in the digital age – Wie wird die Handelskommunikation von morgen aussehen? Wird Web 2.0 die Handelskommunikation verändern?“. Anschließend diskutiert eine hochkarätig besetzte „Top-Medienrunde“ über diese Thesen.

Termin: 14. und 15. Februar. Ort: Wiesbaden. Mehr zum Programm hier.

Die WAZ will mal reden

Und zwar über Web 2.0. So schreibt Thomas Mader in einem Kommentar („Die Macht der Veränderung“) für die morgige Ausgabe:

Das Flugzeug als Massentransportmittel hat der Globalisierung den entscheidenden Stoß gegeben, doch erst mit dem Internet ergreift eine ungeheure Beschleunigung unser Leben, sie ist längst nicht mehr nur virtuell. Die Chance und der Druck, immer informiert und erreichbar zu sein, haben zugenommen. Aber das wirklich Neue am neuen Internet ist die Chance der Teilhabe. Das Web 2.0 ist ein Mitmach-Netz.

Die Version 2.0 fasst Entwicklungen und Innovationen zusammen, die sich durchgesetzt haben seit dem wirtschaftlich und psychologisch tiefen Fall der Internet-Wirtschaft in 2001. In seiner Anfangsphase war das Netz vor allem ein darstellendes Medium. Doch mittlerweile reagieren Internetseiten wie richtige Programme. Und viele kann man gar mitgestalten. Die Wichtigste: In „Communitys“ finden Menschen Gleichgesinnte oder Diskussionsgegner, Geschäftspartner oder ähnlich Kaufende.

Diese „Gemeinden“ sind, wie jeder Ballungsraum, wirtschaftlich ungemein interessant. Denn Nutzer sind potenzielle Kunden – und Mitarbeiter. Die so genannten „Nutzergenerierten Inhalte“ sind Informationswaren, die der Kunde freiwillig und umsonst erstellt. Er schreibt Lexikon-Einträge bei Wikipedia oder macht als Leserreporter Fotos für seine Zeitung. Auch das ist wahr: Die Sozialarbeit im Netz führt zu einem Wertverlust der Arbeit in der realen Welt.

Die WAZ startet eine Serie, mit der „die Facetten dieser digitalen Revolution beleuchtet werden“ sollen. Vorboten von Westeins?

Umsätze, frisch sortiert

Onlinewerbung und E-Commerce wachsen weiterhin kräftig. Soviel steht fest. In den letzten Wochen sind einige Zahlen auf den unbedarften Beobachter eingeprasselt, die ein reichlich verwirrendes Bild hinterlassen. Sortieren wir mal.

Onlinewerbung

Es begann mit einer Meldung des Bitkom, die der klassischen Werbung im Internet für 2006 ein Wachstum von 45 Prozent (schön) auf rund 480 Millionen Euro (zu wenig) attestierte. Der Onlinevermarkterkreis (OVK) hielt sofort zwei Tage später dagegen und wies auf seine September-Prognose hin, die für 2006 bereits 785 Millionen Euro klassische Online-Werbung erwarten ließ.

Inzwischen hat der OVK diese Zahl noch einmal nach oben korrigiert: 903 Millionen Euro seien es tatsächlich gewesen. Die Basis für diese Einschätzung sind die Zahlen von Nielsen Media Research [PDF]. Nielsen hat Bruttowerbeaufwendungen von 692 Mio. Euro ermittelt, der OVK schlägt da noch etwas auf.

Für Suchwortvermarktung (Prognose: 710 Mio.) und Affiliatemarketing (155 Mio.) gibt es noch keine neuen Zahlen. Die drei Segmente addierten sich in der September-Prognose bereits auf 1,65 Milliarden Euro. Die Gesamtumsätze mit Onlinewerbung und die erste Prognose für 2007 sollen bei der Jahrespressekonferenz des BVDW am 15. März auf der CeBIT auf den Tisch gelegt werden.

Den Hintergrund der niedrigeren Bitkom-Zahlen beleuchtet Value Mountain.

E-Commerce

Hier ist die Lage umgekehrt. Traditionell gibt der Bitkom für den E-Commerce-Umsatz vergleichsweise hohe Zahlen an. 46 Milliarden Euro seien es 2006 gewesen, lautet die jüngste Meldung. Das ist ein Plus von 44 Prozent. Für 2010 werden 145 Milliarden Euro prognostiziert, das wären durchschnittlich 33 Prozent Wachstum pro Jahr.

Zurückhaltung übt dagegen der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE), der im November 2006 an seiner im Vorjahr abgegebenen Prognose festhielt und 16,3 Milliarden Euro E-Commerce-Umsatz für 2006 erwartete, davon 4,1 Mrd. im Weihnachtsgeschäft (November/Dezember). Für 2007 peilt der HDE 18,3 Mrd. an.

Noch darunter liegen die Zahlen des Bundesverbands des Deutschen Versandhandels (bvh). Der Online-Umsatz mit Waren – ein Teilsegment des E-Commerce – lag danach 2006 erstmals über 10 Milliarden Euro. Dazu kommen jedoch die Umsätze mit Dienstleistungen, für die der bvh keine Angaben macht – ist ja auch nicht sein Geschäft.

Für diese großen Unterschiede habe ich bislang keine plausible Erklärung. Warum die bvh-Zahlen so niedrig sind, hat Jochen Krisch im vergangenen Sommer in zwei Beiträgen erläutert.

Gestern gegangen, heute zurück

Google-Anzeige für berndkolb.com
Bernd Kolb, bis gestern noch Vorstand für Innovation bei T-Com und T-Online, wirbt heute schon mit Google-Anzeigen für seine neue Firma BerndKolb.com GmbH. Deren Geschäft ist „Beratung für innovatives Marketing und neue Medienformen“, aktuelles Projekt der Umbau eines historischen Stadtpalastes in Marrakesch zu einem „Future Lab, Thinktank und Wellness-Hotel“.
Sozusagen das Grömitz von Bernd Kolb.

Schlämmer TV

Horst Schlämmer (Foto: horstschlaemmer.tv)

Horst Schlämmer bloggt vloggt lässt videobloggen hat jetzt ein Blog.

Im Gegensatz zu anderen fiktiven Figuren Dort greift Hape Kerkeling hier nicht auch selbst in die Tasten. Das Den Rest erledigt die Branded-Entertainment-Agentur special key für ihn.

Das Schlämmerblog soll nach meinem Kenntnisstand nächste Woche den Tarnkappenmodus verlassen. Auf der offiziellen Website von Horst Schlämmer ist jedoch schon jetzt ein Störer mit Link zu sehen.

Erste Vermutungen in der Presse und einschlägigen Blogs kreisen um eine Viralmarketingaktion für einen Automobilkonzern, der derzeit in Grevenbroich einen Werbespot drehen lasse.