Wie heißt die neue RAG? Sputnik? Beatnik? Evonik? Die Antwort weiß die Presse. Eine Website gibt es offensichtlich noch nicht. Aber immerhin zeigt die Teaserkampagnensite die Auflösung.
Siehe auch Thomas Knüwer.
Wie heißt die neue RAG? Sputnik? Beatnik? Evonik? Die Antwort weiß die Presse. Eine Website gibt es offensichtlich noch nicht. Aber immerhin zeigt die Teaserkampagnensite die Auflösung.
Siehe auch Thomas Knüwer.
Neue, ziemlich absurde Details zur Umbenennung der RAG am Mittwoch dieser Woche hat heute die FTD:
Schon seit Monaten wird der neue Name wie ein Staatsgeheimnis gehütet. Sechs Buchstaben wird er haben, drei Konsonanten und drei Vokale. Hanuta? Toyota? Blödsinn, reine Spekulation.
Schicht für Schicht wird nun die graue Folie abgetragen, die das eigentliche Transparent an der Fassade verdeckt. Ab Mittwoch wird der Riesenvorhang vollkommen sichtbar sein und bis zum Monatsende hängen bleiben.
Damit der neue Name in seiner ganzen Pracht rund um die Uhr strahlen kann, sorgen Scheinwerfer von außen für Licht. Drinnen sitzen Hunderte Mitarbeiter im Dunkeln. Damit die Kollegen das Staatsgeheimnis nicht vorzeitig ausplaudern, wurden ihre Fenster mit einer weiteren, schwarzen Tarnschicht verdunkelt. Richtig duster bei der Arbeit. Fast wie damals, 1000 Meter tiefer, im Schacht.
Die Welt macht Werbung für portraitiert den Erfinder des neuen Konzernnamens:
Gesucht wurde ein Name, der einzigartig und frisch und trotzdem glaubwürdig sein würde. Ein Juwel von einem Namen, markenrechtlich wasserdicht und in jeglicher Sprache ohne negative Konnotation – das alte „rag“ kann im Englischen schließlich auch „Lumpen“ heißen. Gotta lehnt sich zurück auf seine beigefarbene Couch. Vor 16 Monaten schon wurde der Name vom RAG-Vorstandsvorsitzenden Werner Müller abgesegnet. „Es war mein erster Vorschlag“, sagt Manfred Gotta und wird wortkarg.

Via Twitter von Ute.
Die Einladungsplattform amiando will am Montag ihre englische und französische Version starten. In Frankreich geht amiando zugleich mit einem eigenen Team an den Start. Für COO Markus Eichinger ist das ein erster Schritt zum ehrgeizigen Ziel, ein weltweit führendes Werkzeug für die Eventorganisation zu werden.
Was außerdem neu ist, beschreibt amiando-Chef Felix Haas so:
Neben der englischen und französischen Version ist das Einladen komplett neu gestaltet. Zusätzlich kamen noch weitere neue Features hinzu, die Usability von dem bestehenden wurde verbessert usw. Auch die Gästeliste wurde überarbeitet, die kommt aber erst in den kommenden Tagen.
Anders als upcoming.org, der Urahn des Genres, oder das in der webzwonulligen Szene eher geschätzte wevent.org ist amiando auch ein Ticketvorverkaufssystem für kleine bis mittelgroße Veranstaltungen, komplett mit Zahlungsabwicklung und Eintrittskartenversand.
Den internationalen Start bewirbt amiando mit einem Gewinnspiel, bei dem es ein Wochenende auf dem Oktoberfest inklusive Tickets für das Derby Bayern gegen Nürnberg zu gewinnen gibt – passend also zum Barcamp München.
amiando ist seit Dezember 2006 online. Finanziert wird das Startup u.a. von Lukasz Gadowski (Spreadshirt), Stefan Glänzer (last.fm) sowie Wellington Partners Venture Capital.
Nachtrag: Mehr dazu im amiando-Blog.
Die Erfindung des Web war ein Segen für die Forschung. Es macht wissenschaftliche Befragungen praktisch ohne Budget möglich. Da Online-Fragebögen im Vergleich zu telefonischen oder gar brieflichen Umfragen nichts kosten, ist ihre Zahl gewaltig in die Höhe geschnellt.
Und so erreichen uns fast täglich Befragungen, die angeblich maximal fünf bis zehn, zwanzig oder auch dreißig Minuten unserer Zeit kosten sollen. Man ahnt vielleicht, wie teuer es für ein Unternehmen wäre, all diese Umfragen tatsächlich zu beantworten. Zumal sie meist nicht an konkrete Personen adressiert sind, der richtige Ansprechpartner also erst einmal ermittelt werden müsste.
Vom Schüler, der seine Hausarbeit mit einer Umfrage aufzuwerten gedenkt, bis zum mit EU-Mitteln geförderten millionenschweren Forschungsprojekt ist alles dabei. Die Themen unterliegen gewissen Moden. Wie oft ich in den letzten Jahren zum Thema Corporate Blogging befragt werden sollte, kann ich nicht einmal schätzen.
Drei der häufigsten Fehler solcher Befragungen:
Dies vorausgeschickt, sei nun auf eine Online-Befragung von Ingo Körle hingewiesen, der seine Diplomarbeit am Institut für Marketing und Medien der Universität Hamburg bei Prof. Dr. Henrik Sattler schreibt. Die Umfrage wendet sich an Nutzer von Webanalyse-Lösungen und an Personen, die am Beschaffungsprozess solcher Lösungen beteiligt sind. Ingo verspricht:
Nach Abschluss der Studie erhalten Sie dann – sofern Sie möchten – die Umfrageergebnisse zugeschickt. Diese geben Ihnen eine Marktübersicht über aktuelle Webanalyse-Systeme. Weiterhin zeigen wir, welches derzeitige Angebot Ihre Wünsche am besten erfüllt! Innerhalb der Befragung möchten wir Ihnen deswegen zentrale Funktionen aktueller Webanalyse-Systeme vorstellen und herausfinden, wie wichtig diese für Ihre Arbeit sind.
Das Analyse-Team von SinnerSchrader betreut die Diplomarbeit von Ingo. Hier geht es zur Befragung.
Wer…
Richtig, es ist die RAG. Ein Unternehmen, das dessen Tochter DSK nach wie vor vom Steuerzahler subventioniert wird.
Es handelt sich um die Teaserkampagne für den neuen Namen der RAG, der am 12. September annonciert werden soll.
So was soll wohl eine innovative Multikanalkampagne sein. Seufz.
Wer hat Angst vor Google? Diese Frage stellt der Economist in seiner jüngsten Ausgabe und zieht einen interessanten Vergleich mit der Bankindustrie:
Just as financial institutions grew to become repositories of people’s money, and thus guardians of private information about their finances, Google is now turning into a custodian of a far wider and more intimate range of information about individuals.
Ich kann mich noch gut an eine gewisse Unsicherheit breiter Bevölkerungsschichten im Umgang mit Banken erinnern. Noch in den siebziger Jahren war die Gesellschaft keineswegs vollständig mit Girokonten und Sparbüchern versorgt. Bis heute gibt es Rentner, die ihre Rente in bar bei der Post abholen. Und so manche Rentnerin bewahrt ihr Erspartes lieber unter der Matratze oder zwischen dem guten Sonntagsgeschirr auf.
Das Misstrauen gegen Banken und Sparkassen speiste sich zunächst aus der Erfahrung zweier Weltkriege mit anschließender Geldentwertung. Doch dazu kam eine prinzipielle Abneigung dagegen, einer Bank die intimen Details der persönlichen Finanzlage anzuvertrauen. Letztlich arbeiten auch in einer Bank fehlbare Menschen, und womöglich solche, die mich persönlich kennen. Diese Abneigung hat sich bis heute nicht völlig verloren, auch wenn nur wenige Finanzverweigerer aus prinzipiellen Gründen kein Konto haben wollen.
Ähnlich liegt der Fall Google. Die Durchdringung der Internetnutzerschaft mit Google-Konten hat schon enorme Fortschritte gemacht. Doch das Vertrauen in das Geschäftsgebaren hält damit nicht unbedingt Schritt. Jeder neue Google-Dienst muss sich, jedenfalls in Deutschland, einer Grundsatzdebatte stellen. Stich- und Schlagworte wie Privatsphäre, Datenschutz, Datenkrake und Big Brother sind schnell bei der Hand.
Die Banken arbeiten seit Jahrzehnten daran, das Vertrauen ihrer Kunden zu gewinnen. Das Vertrauen in die neuen Wächter unserer Daten muss noch wachsen. Einstweilen hält die digitale Rentnergeneration ihre wertvollen Datengüter lieber unter der Matratze auf eigenen Rechnern vor.
Auch in diesem Jahr haben wir (Achtung, Floskelalarm!) weder Kosten noch Mühen gescheut, um unseren treuen Lesern auf der OMD den Fischmarkt zu präsentieren. Diesmal in unmittelbarer Nachbarschaft zur Arena, wo ein Teil des Kongressprogramms stattfindet. Am 25. und 26. September in Düsseldorf.
Zum vorläufigen Abschluss der Micropublishing-Reihe auf dem Fischmarkt beantworten wir heute die Frage, was Gruppen, Projekte, Unternehmen und Institutionen mit Twitter & Co. anfangen können. Bis jetzt erschienen:
Hard to believe that only 10 or 15 years ago we interacted with coworkers and colleagues with memos and phone calls. Email and instant messaging changed all that. Now there’s a new communications revolution coming. These services mix contacts, instant messaging, blogging, and texting, and they’re poised to make email feel as antiquated as the mimeograph.
Robert Scoble, Fast Company
Dreizeiler schreiben, das kann jeder. Eine naheliegende Nutzanwendung für Micropublishingdienste sind aktuelle Schlagzeilen. So liefert zum Beispiel die BBC verschiedene Nachrichtendienste per Twitter aus. Breaking News von CNN sind zu haben, aber auch der Heise-Ticker und zahllose Focus-Meldungen.
Mashable publiziert Links ins Blog. Eine kleine Twitter-Berühmtheit ist die Feuerwehr von Los Angeles. Barcamps und die pl0gbar nutzen Twitter. Und auch für deutsche Startups beginnt Twitter zum guten Ton zu gehören.
So habe ich nicht lange gefackelt und einen SinnerSchrader-Twitter eingerichtet. Dort sind neben den üblichen Neuigkeiten, die wir auch über Kanäle wie Website, Newsletter und RSS publizieren, kleine Updates zu erwarten. Manche Themen werden nur bei Twitter stattfinden, andere zuerst bei Twitter und erst später auf anderen Plattformen.
Wir werden selbstverständlich auch dort auf das lauschen, was unsere Follower zu sagen haben. Und antworten. Kurz gesagt: Zu erwarten sind kurze, schnelle Nachrichten für die Leute, die uns bei Twitter zuhören. Was sie wissen wollen, das werden wir zu liefern versuchen.
Gruppen, Projekte, Unternehmen und Institutionen müssen genauso wie andere erst herausfinden, wen und was genau sie mit Micropublishing erreichen können. Das wird vermutlich sehr unterschiedlich sein und ein großes Spektrum von Nutzungsideen hervorbringen, an die heute wohl noch niemand denkt. Außer vielleicht Robert Scoble:
Sales and marketing are lagging in seeing the potential here. When I used all these services to tell the world that my wife and I were expecting a child in September, I anticipated hearing from the world’s largest consumer-products companies begging me to try their latest diapers, food, car seats, and financial instruments. What came back? Nothing. Where was Procter & Gamble?
Given what it and other companies spend acquiring new customers, there’s an untapped gold mine in Twitter and Facebook because we’re volunteering so much information about what we’re doing right now, whether it’s working on a project or eating a chicken-salad sandwich. Learning how to tap it correctly–both to sell to me directly and in seeing major trends in the millions of daily public posts–will be the next major challenge for these companies.
If we revisit this conversation again in three years, I suspect that we’ll have found all sorts of little uses for these services, and they’ll simply become what email is today: something we must do just to participate in the heartbeat of business.
Wir werden sehen.
Das Thema auf dem Fischmarkt: Micropublishing. Heute: Wie finde ich Freunde? Und was schreiben die da?
Bis vor kurzem war es bei Twitter praktisch unmöglich, irgendjemanden zu finden. Jetzt gibt es immerhin eine einfache Suchfunktion und einen Adressbuchabgleich, wenn auch bis jetzt nur mit Gmail. Doch die Suchfunktion hat ihre Tücken bei Leuten, die statt ihres echten Namens ein Kürzel, einen Spitznamen oder einen nom de guerre verwenden.
Der Adressbuchabgleich wird immer mehr zum Standard für Social Software. Die meisten Dienste beschränken sich allerdings auf einen simplen Import mit anschließender Einladungsmassenmail – social spam, sozusagen. Twitter hingegen sagt mir, wie übrigens auch Facebook, wer aus meinem Adressbuch bereits dort ist. Diese Menschen muss ich nicht erst überzeugen, und zudem kann ich direkt sehen, was sie schreiben.
Denn das ist ohnehin die große Frage: Was gibt es bei Twitter & Co. eigentlich zu lesen? Wenn context king ist, was ist dann mit dem content? Klare Sache – der Inhalt ist genauso alpha oder bestenfalls beta wie die Plattformen, auf denen er publiziert wird. Wir erleben gerade einen übergroßen Betatest.
Das inhaltliche Spektrum reicht vom persönlichen Befinden über Hinweise auf Blogeinträge oder aktuelle Ereignisse bis zur Live-Berichterstattung und Mitteilungen über die Verrichtung der Notdurft. Es ist alles dabei. Was ist daran spannend? David Berlind vergleicht Twitter mit Bloomberg oder Reuters:
Investors subscribe to these services and sit in front of giant consoles as editors from these organizations spit out one-liners at them — one-liners with material information to investors — in near real-time. In other words, if there’s a reporter at a financial briefing for some public company and an executive of that company makes an important forward looking statement, that statement will appear on the consoles of thousands of investors within seconds of it being uttered.
On the investor side, there’s a stream of these one-liners about everything that’s important to them flowing by their consoles like a river. The secret sauce is not just in the business process (a chain of talented writers and editors who feed the system), but also in the infrastructure that facilitates that process: a proprietary infrastructure that, as far as I can tell, has been completely cloned by the likes of Twitter and Twitter-competitor Pownce.
Publishing one-liners takes only as long as it takes to type the one-liner. Subscribing to a source of one-liners the way an investor might subscribe to Bloomberg’s information services takes only seconds as well. Whereas Bloomberg puts a sophisticated system in the hands of an exclusive group of people on a private network, Twitter and Pownce make such a system available to everyone on the Web.
Dieses Potential von Twitter, Pownce & Co. wird bis dato nicht annähernd ausgeschöpft. Wie sollte es auch? Es hat einige Jahre gebraucht, bis Blogging so weit war, wie es heute ist. (Und der deutsche Sprachraum hinkt dem angelsächsischen immer noch und mit immer größerem Abstand hinterher.)
Micropublishing bringt neue Möglichkeiten für den Einzelnen, aber auch für Gruppen, Projekte, Unternehmen und Institutionen. Welche das sind, dazu demnächst mehr an dieser Stelle.