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Horst Schlämmer macht es selbst

Erste Fahrstunde für Horst Schlämmer (aus dem Schlämmerblog)
Er ist der Neueinsteiger der Woche in den Deutschen Blogcharts: Von Null auf 87 schaffen es Horst Schlämmer und sein auf dem Fischmarkt schon hinreichend gewürdigtes Schlämmerblog.
Das auch hier zu lesende Gerücht, Hape Kerkeling lasse vloggen, wird mir gegenüber von einem dementiert, der es wissen muss. Die Filme sind demnach zu 100 Prozent sein Werk, und auch an den Texten sei er beteiligt, heißt es. Und seien wir ehrlich: So lesen sie sich auch.
Horst Schlämmer polarisiert. So ist die Kunstfigur angelegt. Die meisten Kritiker, allen voran eine andere, im Fernsehen weniger, dafür im Netz bekannte fiktive Person, verfehlen übrigens den Punkt. Das Schlämmerblog ist eher Branded Entertainment als virales Marketing. Viral war allenfalls der Frühstart in der letzten Woche, denn eigentlich sollte es wohl erst heute starten.
Und seien wir nochmal ehrlich: Man muss Horst Schlämmer nicht mögen, aber schlecht gemacht ist das Blog nun wirklich nicht.

Schlämmer TV

Horst Schlämmer (Foto: horstschlaemmer.tv)

Horst Schlämmer bloggt vloggt lässt videobloggen hat jetzt ein Blog.

Im Gegensatz zu anderen fiktiven Figuren Dort greift Hape Kerkeling hier nicht auch selbst in die Tasten. Das Den Rest erledigt die Branded-Entertainment-Agentur special key für ihn.

Das Schlämmerblog soll nach meinem Kenntnisstand nächste Woche den Tarnkappenmodus verlassen. Auf der offiziellen Website von Horst Schlämmer ist jedoch schon jetzt ein Störer mit Link zu sehen.

Erste Vermutungen in der Presse und einschlägigen Blogs kreisen um eine Viralmarketingaktion für einen Automobilkonzern, der derzeit in Grevenbroich einen Werbespot drehen lasse.

Reparaturbetrieb Apple

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Apple verzichtet auf Mavens, diagnostiziert nebenan der Kollege Themenblogger. Ich bin anderer Meinung.

Zwar hat Apple „Computer“ aus dem Firmennamen gestrichen. Aber trotzdem werden sie weiterhin produziert (auch wenn hartgesottene Mac-Mavens um die „beste Arbeitsumgebung, die man heute haben kann“ fürchten).

Nein, es geht bei Apple nicht um „Lifestyle-Gadgets“. Jedenfalls nicht vorrangig. Apple repariert nacheinander die kaputten Zweige der Unterhaltungs- und Kommunikationsindustrie.

  1. Der iPod hat den von der Musikindustrie sorgfältig verschlungenen Gordischen Knoten des digitalen Musikvertriebs zerschlagen. Zwar sind damit noch lange nicht alle Probleme gelöst, aber immerhin kann man jetzt Musik im Netz kaufen und auf Silberscheiben brennen – vorher fast ein Ding der Unmöglichkeit.
  2. Das iPhone hat ein ähnliches Ziel für die Mobilfunkindustrie. Kein anderes Gerät ist so kaputt wie das Mobiltelefon – und gleichzeitig so sehr mit dem täglichen Leben verflochten.
  3. Apple TV wird für digitales Fernsehen, IPTV und Breitbandinternet, was iTunes für Musik war.

Wer das nicht glauben mag, lese diesen anregenden Artikel in der E-Commerce Times. Wir sprechen uns 2009 wieder.

Apple TV zeigt ganz nebenbei auch die künftige Markenstrategie von Apple: Die Dachmarke wird wieder zur Produktmarke. Freuen wir uns auf Apple Books, Apple Player, Apple Phones und Apple TV.

Die Million ist voll

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Punktgenau erreicht unser Kunde arena sein im Oktober angehobenes Ziel, noch vor Weihnachten den millionsten Kunden zu begrüßen. Glückwunsch!

Begriffliche Leere

„Die Content-Falle. Journalismus in der digitalen Medienwelt“ nennt der Kommunikationswissenschaftler Thomas Schnedler von der Hamburger Universität eine Studie (dpa berichtete), die er für den morgigen heute beginnenden Mainzer Medien-Disput angefertigt hat.

Schnedler kritisiert in seiner Studie den nichts sagenden Begriff «Content», der für Inhalte jedweder Art stehe: «Die einen meinen solide recherchierte Artikel, professionelle Hörfunkbeiträge und aufwendige Fernsehreportagen, andere denken auch an Klingeltöne, Amateurvideos, Download-Spiele, PR-Meldungen oder Musikfiles.» Oft gedankenlos werde ein Begriff gebraucht, der den Unterschied zwischen seriöser Information auf der einen Seite und Kommerz und Amateurprodukt auf der anderen Seite verschleiere.

Enzensberger hat 1988 das Fernsehen als Nullmedium bezeichnet. Dass die TV-Sender Selbstmord aus Angst vor dem Tode begehen würden und ihr eigenes Programm mit einem begrifflichen Vakuum namens „Content“ beschreiben würden, konnte er da noch nicht wissen. Insoweit bin ich mit der Schnedlerschen Analyse einverstanden.

Mit der dichotomischen Unterscheidung zwischen seriöser Information einerseits und Kommerz/Amateurprodukt andererseits liegt er indes schwer daneben. Seriöse Information kann auch Kommerz oder Amateurprodukt sein. Die Unterscheidung hilft keinen Milimeter weiter.

Da fällt mir ein: Wahrscheinlich Womöglich stammt die Unterscheidung gar nicht von Schnedler, sondern vom seriösen dpa-Autor.

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