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Zug in Richtung Digitaler Handel schneller als erwartet

Business Insider hat vor einigen Tagen einen umfangreichen Foliensatz veröffentlicht, der sehr viel Zahlen- und Datenmaterial zum aktuellen Stand des E-Commerce und der Zukunft des Handels enthält. Die Kernthese:

The shift away from physical retail toward digital retail is happening faster than many observers expected.

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Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung in den USA, die zum Teil schon weiter fortgeschritten ist als in Europa. In den USA wird das Wachstum des Handels bereits fast ausschließlich online generiert, während Offline stagniert oder schrumpft. Amazon hat in den USA bereits 2011 Best Buy überholt und war 2013 schon 1,7-mal so groß wie Best Buy.
Walmart hingegen ist immer noch erheblich größer als Amazon, bei weiterhin wachsendem Umsatz. Nur zwei Prozent seines Umsatzes generiert Walmart online. Doch während der Onlineumsatz 2013 nach BI-Schätzungen um 30 Prozent wuchs, ist das Wachstum offline fast zum Erliegen gekommen.
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REWE steigt mit SinnerSchrader in den E-Commerce ein

Lebensmittel galten lange als die letzte Bastion des Offline-Handels – zumindest in Deutschland: die Margen zu klein, die Frische-Logistik zu aufwändig. Doch das europäischen Ausland beweist, dass es funktionieren kann. In Frankreich erwirtschaften die großen Lebensmittel-Einzelhändler bereits signifikante Umsätze mit dem Online-Vertrieb.
Nun ist auch in Deutschland die Zeit gekommen. Der Lebensmittelriese REWE (53 Mrd. Umsatz in 2010) steigt mit www.rewe-online.de in den E-Commerce ein – unterstützt von SinnerSchrader.
Los geht es zunächst in drei Märkten im Rhein-Main-Gebiet. Für den Fischmarkt sind wir einmal vorbeigefahren und haben das Angebot getestet.

Online bestellen – vor Ort abholen. Mit diesem Prinzip möchte REWE den Kunden kostbare Zeit sparen. Das spiegelt sich auch im gesamten Bestellprozess wieder. SinnerSchrader hat www.rewe-online.de auf einfache und intuitive Bedienung getrimmt sowie nützliche Zusatzfunktionen eingebaut. Personalisierte Sortimente erleichtern dem Kunden seinen Einkauf. Der Shop wird bei jedem Einkauf schlauer und kreiert für den Nutzer mit der Zeit einen individuellen Tante-Emma-Laden. Frei konfigurierbare Einkaufszettel (z.B. Gartenparty, Angrillen oder Weinprobe) runden das Shoppingerlebnis ab.

Real eröffnet ersten Drive-In-Supermarkt in Deutschland

Zu den letzten Bastionen des stationären Handels in Deutschland zählt der Wochenendeinkauf im Supermarkt. Der dort in schöner Regelmäßigkeit Woche für Woche erzielte Bon müsste duchaus groß genug sein für ein funktionierendes E-Commerce-Modell. Doch bis jetzt gibt es hierzulande kein erfolgreiches Geschäftsmodell, das über erste Versuche oder eine Nischenexistenz hinausgekommen wäre.
Nun scheint die Zeit reif für eine Reihe neuer Anläufe. Nach Tesco in Großbritannien eröffnet heute Real den ersten Hybrid-Supermarkt in Deutschland. Die Konsumenten bestellen online, geben eine Abholzeit an und fahren dann selbst zum Abholmarkt, um dort ihre Bestellung entgegenzunehmen. Auf Wunsch wird die Ware direkt ins Auto geladen.
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Der neue Markt in Isernhagen bei Hannover ist getrennt vom benachbarten herkömmlichen Real-Markt. Real will im nächsten Jahr entscheiden, ob das Konzept in anderen Städten ausgerollt werden soll. Die Marke Real gehört zur Metro-Gruppe, der Nummer Fünf im deutschen Lebensmitteleinzelhandel.
Damit das Konzept ein Erfolg wird, müssen zwei Themen gelöst werden: Zum einen braucht Real eine effiziente Logistik, die aus der gewohnt schmalen Marge des Lebensmitteleinzelhandels und der eher symbolischen „Servicegebühr“ von einem Euro refinanziert werden kann. Und dann müsste sich der Verbraucher ohne allzu großen Aufwand, vor allem finanzieller Natur, an ein neues Einkaufsverhalten gewöhnen lassen.
All diesen Herausforderungen zum Trotz ist Real mit seinen Bemühungen nicht alleine. Auch REWE, hinter Edeka die Nummer Zwei in Deutschland, hat jüngst die Erprobung eines Drive-In-Supermarktes angekündigt.
Foto: Real

Masstige: Designermode für Jedermann via Internet

Am Dienstag dieser Woche feierte die Modebranche die neue Chanel-Kollektion von Karl Lagerfeld. Doch der Modezar ist längst auf dem Weg zu neuen Ufern: Karl Lagerfeld will der erste Web-Vertikalist werden. Vertikalisten integrieren die gesamte Modewertschöpfungskette vom Design über die Produktion bis zum Vertrieb.
Spieler wie H&M, Zara und Mango haben mit diesem Ansatz das Tempo der Branche deutlich erhöht. Wo früher alle halbe Jahre eine neue Kollektion auf den Markt kam und von den Messeterminen bis zum Verkaufsstart mindestens neun Monate vergingen, kommt nun im Extremfall jede Woche eine neue Modewelt in die Läden. Tchibo lässt grüßen.
Der einzige Pferdefuß für die Vertikalisten ist der enorme Bedarf an Kapital und Zeit, um eine flächendeckende Präsenz in den 1a-Lagen aufzubauen. Es dauert zehn Jahre und kostet sehr viel Geld, die Läden in alle wichtigen Fußgängerzonen und Konsumtempel zu bringen.
An dieser Stelle kommt das Web ins Spiel. Während klassische Modemarken eigene Onlineshops aufbauen und im stationären Handel mit Vertikalisten konkurrieren müssen, vereint das Modell Web-Vertikalist die Vorteile beider Welten – das hohe Tempo eines Vertikalisten mit der Reichweite und Flächendeckung, wie sie nur der etablierte Handel und das Web bieten können.
Karl Lagerfeld verknüpft diesen strategischen Ansatz mit einem weiteren mächtigen Branchentrend namens Masstige. Das Kunstwort aus Masse (Mass) und Prestige steht für Designermode zu vergleichsweise niedrigen Preise für ein breites Publikum. Masstige soll denn auch Karl Lagerfelds neues Label heißen.

Ich denke, dass es fast meine Pflicht ist, dies mit meinem Namen zu machen, das ist der Weg der Modernität. Außerdem ist das Elitärsein der Masse seit langem mein Traum.

Die neue Kollektion soll im Namen des Meisters von Apax Partners betrieben werden. Ihnen gehört bereits das Label Lagerfeld. Apax wiederum würde die Produktion auslagern und den Onlinevertrieb durch ausgewählte Einzelhandelspartner und den Showroom-Verkauf unterstützen. Masstige könnte bereits in der Herbst-Winter-Saison 2011/2012 auf den Markt kommen.

Tesco testet Hybrid aus Web und Supermarkt

Die Zeit ist reif für den Wochenendeinkauf im Netz. Amazon liefert bereits seit Juli Lebensmittel, OTTO denkt laut darüber nach und sucht einen starken Partner. Die heißeste Variante jedoch scheint momentan ein Hybrid aus Web und Supermarkt zu sein.
Dabei bestellen die Konsumenten im Web, holen aber die Ware dann selbst im Laden ab. Drive-through heißt das bei McDonald’s seit Jahrzehnten bewährte Konzept. Chronodrive ist mit diesem Konzept bereits seit Jahren in Frankreich auf dem Markt, seit Ende August testet auch die britische Supermarktkette Tesco das Modell, zunächst in einem Supermarkt in Hertfordshire.
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Tesco sieht sich bereits als größten Web-Lebensmitteleinzelhändler in Europa. Kunden des neuen Drive-through-Service müssen ihr Auto bei der Abholung nicht verlassen. Vor allem vielbeschäftigte Eltern, die sich den Einkaufsstress mit kleinen Kindern in vollen Supermärkten ersparen wollen, hat Tesco als Zielgruppe im Auge, außerdem Berufseinsteiger, die nicht zwei Stunden zuhause auf eine Lieferung warten wollen. Sie können einfach nach Feierabend bei Tesco vorbeischauen und ihre Einkäufe abholen.
Die Bestellung funktioniert wie gewohnt über tesco.com. Mit der Option „Click and Collect“ buchen die Konsumenten ein zweistündiges Zeitfenster für die Abholung. Das Tesco-Personal kommt direkt zum Auto und lädt die bestellte Ware ein, der Kunde muss seinen Wagen nicht verlassen. Der Service kostet zwei britische Pfund (2,41 Euro) extra.
Für den Test hält Tesco die Ware in Lieferwagen bereit. Bei Erfolg soll das Modell auf weitere Läden ausgeweitet werden. Tesco denkt außerdem darüber nach, seine Supermärkte umzubauen, um den Abholservice dauerhaft anbieten zu können.
Foto: FreeFoto.com; Trinkgeld: s2planning

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