Martin Recke

Co-Founder @nextconf, corporate editor @AccentureSong, PR guy, blogger, journalistic background, political scientist, theology, singer, father, landlord, roman-catholic.

Gezeitenwechsel

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Da lagen wir offensichtlich gut in der Zeit. Das nennt man wohl Timing. Oder: Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.

Next 10 Steps

Vier Tage später.
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  1. Zwischenzeitlich war next10years bei Technorati sogar auf Platz 1.
  2. Für alle, die am Donnerstag im falschen Track waren: Johnny Haeusler live at Next 10 Years. Demnächst auch als Video.
  3. Die Kongressnachberichterstattung werde ich in den nächsten Tagen nach nebenan verlegen.
  4. Heute kommt dann auch der lang ersehnte zweite Teil der mehrteiligen Serie von Matthias Schrader zum zwanzigjährigen Bestehen der Page und zum zehnjährigen Bestehen von SinnerSchrader. Wer sich bis dahin langweilt, kann ja den ersten Teil nachlesen.
  5. Lukasz Gadowski hat ein neues Blog namens Gründerszene, das sich – nomen est omen – mit der neuen Gründerszene in Deutschland beschäftigt.

It’s Entertainment

Der Tag danach. Knapp zwei Stunden Schlaf.
Blogger (wie auch Kongress- und Partyveranstalter) sind in der Entertainmentbranche tätig. Es ist völlig egal, was und worüber sie schreiben, solange es nur halbwegs unterhaltsam ist. Wem das nicht vorher klar war, der hat es spätestens verstanden, als Johnny Haeusler in Track I zur Klampfe griff und London Calling (The Clash) vortrug – das Intro vom Spreeblick-Podcast.
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Schön auch der Dialog im Veranstaltersprechfunk: „Was geht denn da soundmäßig gerade in Track I ab? – Ach, das ist nur eine Musikdemo.“
ix dazu:

johnny fing dann plötzlich an gitarre zu spielen und zu singen: „london calling“. danach erklärt er, der song hätte 4 akkorde und viel mehr einfluss auf die menschen gehabt, als 1000 powerpoint-präsentationen. fakt ist, dass als johnny gespielt hat mehr leute die veranstaltung verlassen haben, als bei jeder powerpoint-präsentation vorher.

Aber das war ja Teil des Konzepts, und außerdem kamen auch zehn neue Leute aus den anderen Tracks, als sie die Musike hörten. Wo gesungen wird, da lass dich ruhig nieder.
Jürgen Siebert meint im Fontblog:

Das kam gut an, war auch eine willkommene Abwechslung nach 2 Stunden Dampfplauderei. Irgendwie erinnert mich Johnny an Reinhard Mey, wenn er hektisch seinen Bürstenschnitt-Kopf ins Profil dreht, plötzlich verbal und körpersprachlich umdisponiert von Opposition auf Ich-versteh-dich-gut … den Blick meist scheu zu Boden gerichtet.

Eine große Fotoreportage, gewohnt böse, aber trotzdem lustig, bei Thomas Knüwer, dem Unbestechlichen:

Gestern in Hamburg habe ich mich gefühlt, wie in ein solches Raum-Zeit-Kontinuum geworfen. Oder besser in ein Spirit-Geld-Kontinuum, in dem einer gesagt hat, dass er unheimlich viel Lust hätte, mal wieder ein Unternehmen zu gründen, ein anderer, dass er unheimlich viel Lust hätte mal wieder ein wenig Geld in den Sand zu setzen – und gemeinsam versuchen sie eine Idee aus den USA zu kopieren.

Kein Blog, aber trotzdem nicht ohne Einfluss, auch auf den Traffic, was Detlef Borchers bei heise schreibt:

Unter den geladenen Referenten überzeugte Nico Lumma, der Lokomotivführer von Lummaland und Macher von Mabber mit einer sanften Attacke auf die Scheinriesen der Großkonzerne und einem Plädoyer für offene APIs sowie Mashups, die alle Entwickler nutzen können.

Ob Basecamp, ob Mabber, ob Zimbra und seine Zimlets, Google und seine Maps die Anwender weiterhin wirklich die nächsten 10 Jahre lang begeistern können, das wusste niemand so genau. Dass etwas passieren muss, war auch dem letzten Geburtstagsgast klar, als der Microsoft-Sprecher Ulrich Eitler seinen Tablet-PC neu booten musste.

Oliver Gassner berichtet in Telepolis. Sein Foto von Dieter Rappold ist ein echter Hingucker. Kernsätze:

rappold.pngEs ist ein „Clash of Cultures“, Netizens und Business versuchen sich mit einer Art rudimentären Lingua Franca auszutauschen, aber während die einen immer nur nach dem Geschäftsmodell fragen und der Skalierbarkeit, reden die anderen von Nischenthemen, von Citizen Media, von Storytelling und – wie der Macher des Bilderdienstes 23hq.com, Thomas Madsen-Mygdal – davon, dass die neuen Dienste den Menschen das wiedergeben, was ihnen die Fließbänder genommen haben: eine Kommunikationsgemeinschaft, die nicht nur aus Konsumenten besteht sondern Gespräch und Reaktion ermöglicht.

Das Internet sieht nur aus wie ein Netz aus Computern. Es ist ein Netz aus Menschen. Es sieht nur so aus, als sei es aus Geld und Technik gemacht. Es besteht aus den Gesprächen von Einzelnen, die sich zusammenfinden. Web 2.0 sieht nur so aus wie einen neue Technik mit neuen Geschäftsmodellen. Es will aber eigentlich eine alte und neue Denkweise sein, das Web vor dem Kommerz und das Web mit einem menschlicheren Kommerz. Daher die Sprachprobleme der einen mit den anderen.

Eine große Zusammenfassung mit vielen Links zu noch mehr Blogs hat haben Katharina Schnitzer und Mike Schnoor gebaut.
Holger Schmidt in der FAZ von morgenMontag:

Im Internet herrscht wieder Goldgräberstimmung. Überall basteln kleine Teams an neuen Geschäftsmodellen, während die Frühstarter schon ihre Börsengänge vorbereiten und die Risikokapitalgeber das große Geschäft wittern. „Allein drei Teams arbeiten daran, die Community MySpace.com in Deutschland nachzubauen“, sagte OpenBC-Gründer Lars Hinrichs beim Internet-Kongreß „Next10Years.com“ in Hamburg.

Wird fortgesetzt. Fortsetzung nebenan

Fünfmal WLAN

Mal eine technische Durchsage: Der eine oder die andere klagt über WLAN-Probleme. Unsere Admins sind dran. An sich sollte alles laufen, höre ich. Es gibt insgesamt fünf WLAN-Router für next10years in der Halle.
Ich selbst bin heute eher analog verkabelt. (Daran erkennt man sofort und ohne jedes Tag meine Unwichtigkeit.) Kollegen machen sinnreiche Witze.
Ach so, und Steckdosen: Ich habe heute vormittag bei allen vier Tracks und auch unten in der Halle mindestens je zwei Mehrfachsteckdosenreihen installiert. Die sind vielleicht etwas schlecht zu sehen vor lauter Menschen, aber sie sind da. 🙂

Dem Zufall auf die Sprünge geholfen

Noch vier Stunden.

Unsere Halle hat sich in eine Kongress- und Party-Location verwandelt. Ich möchte nicht zuviel verraten, aber auf diese Idee – hier Kongresse und Partys zu veranstalten – hätten wir auch schon früher kommen können.

Martin Ax macht uns heute in der Welt ein Geburtstagsgeschenk:

Glauben Sie an Zufälle? Dann sollten Sie dies lesen: Es waren einmal zwei Internet-Firmen in der Medienstadt Hamburg. Die eine, Sinner Schrader AG, ging 1999 an die Börse, schöpfte den Höhenflug der New Economy voll aus und stürzte mit in die Krise: 2001 hatte sie 280 Mitarbeiter – und Aufträge nur für 150. Sie mußte sich gesundschrumpfen, mit Konzentration aufs Kerngeschäft neu beginnen.

Wie die andere Firma heißt, die übrigens morgen feiert, und wie die Geschichte weitergeht, steht in der Welt. (Im letzten Satz erfährt der geneigte Leser, wie dem Zufall auf die Sprünge zu helfen ist.)

XXL

Noch ein Tag.
Gestern hat in der Halle der Aufbau begonnen. Der wird bei den Kollegen an den Werkbänken (nicht zu Unrecht) als störend empfunden, da er mit Geräusch verbunden. Doch ändern lässt sich das trotzdem nicht.
Das Thema Lärm hat uns hier in der Gasstraße von Anfang an beschäftigt. Aber jetzt wissen wir endlich, wozu SinnerSchrader damals diese 6.000 Quadratmeter gemietet hat – um einen würdigen Rahmen für die Zehnjahresfeier zu haben.
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Heute erscheint die große Jubiläumsausgabe der Page, die ziemlich genau zehn Jahre älter als SinnerSchrader ist.

1986 fing alles an: Mit dem Mac Plus, dem LaserWriter und Aldus PageMaker war die Idee des Desktop Publishings geboren, PAGE machte sich ans Werk und schon sind wir mittendrin in der Revolution, die die Kreativ- und Medienbranche bis heute in Atem hält.
In unserer großen Jubiläumsausgabe PAGE XXL werfen wir den Blick zurück nach vorn – Protagonisten und Pioniere resümieren und revidieren, Visionäre und Trendsetter proklamieren die Ideen von Morgen – denn mit Web 2.0, MIP TV, Triple Play & Co stehen uns die größten Umwälzungen noch bevor. Join the Revolution!

Matthias Schrader, seinerzeit Autor der Zeitschrift, hat seine 2c dazu beigesteuert. Das Manuscript (Arbeitstitel: Wie alles anfing) musste für den Druck etwas gekürzt werden. Den Lesern des Fischmarktes möchten wir den Text in voller Länge nicht vorenthalten.
Freuen wir uns auf den heute erscheinenden ersten Teil der Serie. In Kürze hier auf dem Fischmarkt. Vorhang auf!