Martin Recke

Co-Founder @nextconf, corporate editor @AccentureSong, PR guy, blogger, journalistic background, political scientist, theology, singer, father, landlord, roman-catholic.

Advertising 2.0

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Schon im Februar hat Paul Beelen ein Whitepaper namens Advertising 2.0 veröffentlicht, das trotz einiger Schwächen im Detail eine lesenswerte Einführung ins Thema aus Werbe-, Marketing- und Mediensicht bietet. (Nico Zorn wies gestern darauf hin.)

Eine Passage aus dem Papier:

Advertising has long been based partially on something called information-asymmetry. The company knows more than the consumer, and uses this information to seduce a target group or to correct a common perception by manipulating a market. Simplified, if a company knows its products are being seen as technically inferior by many consumers, it might want to address that problem in an advertising campaign. The effect such a campaign would have on isolated consumers is far higher than the effect it will have on a hyper connected market, as each individual is now able to tap from the knowledge of a huge base of consumers, who probably came to the conclusion the products were technically inferior even before the company knew it. In other words, information asymmetries have been ‘mortally wounded’ by today’s connecting technologies.

In fact, one might say that hyper connected individuals are less likely to be influenced by advertising. Also, hyper connectivity leaves no room for mistakes,nor does it allow advertising to lie or to omit the truth. Therefore, advertising will need to adapt and learn to communicate with consumers in a fair, transparent way. Consumers now have access to information they didn’t have access to before, and they will use it to judge advertising campaigns, and invalidate them whenever possible.

Readers Edition

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Die lang erwartete Readers Edition der Netzeitung ist da. Erste Stimmen aus dem Netz:

Die Idee ist gut, warten wir ab, ob die Welt dafür schon bereit ist. (Johnny Haeusler, Spreeblick)

Es ist ein sehr, sehr spannendes Projekt, das extrem viele wache Augen benötigt. Funktioniert es, setzt es vielleicht sogar international einen Maßstab. (Thomas Knüwer, Indiskretion Ehrensache)

Zumindest die ersten bereits eingereichten Artikel lassen gutes hoffen… (BloggingTom)

Das Layout wirkt sachlich, aber nicht unschick. Und auch nicht so unaufgeräumt-durcheinander wie bei vielen Newsseiten. (Robert Basic, Basic Thinking]

Der Gipfel

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Kongresse, Kongresse, Kongresse. Wer noch nicht genug hat, kann Ende dieser Woche den Online Marketing Gipfel 2006 in Wiesbaden besuchen. Das Verhältnis von Anzug- zu Jeansträgern dort wird reziprok zur reboot sein. Ein paar Gründe für die Reise:

  • Bernd M. Michael, zuletzt durch seine Ansprache zum New Media Award positiv aufgefallen, spricht gleich nach dem Grußwort über „Online Kommunikation – Stammspieler oder nur Reservebank?“.
  • Christian Magel stellt simyo vor („Generationenwechsel im Mobilfunk: simyo – Die Erfolgsstory mit Pure play Internet“).
  • Markus Krechting referiert über „Neckermann auf dem Weg zur E-Commerce-driven Company – Die Zukunft liegt im Internet“.
  • Tim von Törne präsentiert Skype zum Thema „Internettelefonie und eMarketing – wie bringt man diese Bereiche zusammen?“.
  • PR-Blogger Klaus Eck darf das Thema Web 2.0 („Chancen und Risiken“) vertreten.
  • Und schließlich Martin Oetting: „Online Marketing Trends: Marketing im 21. Jahrhundert – Dank kollektiver Intelligenz“

Frühjahrsputz

SZ-Mediathe
Die SZ-Mediathek hat ein neues Gesicht. Neu auf der Startseite: die Topseller, täglich frisch. Und die aktuellen Rezensionen aus der Süddeutschen, das Alleinstellungsmerkmal schlechthin.

Lustlos und peinlich

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Der Hamburger Dialog, der eigentlich das norddeutsche Gegenstück zu Medienforum NRW und Münchner Medientagen sein will, erlebt ein PR-Debakel. „Lustloser Auftakt“ schreibt die Welt in die Unterzeile des Kongressberichts von Martin Ax. Der Schweizer Verleger Michael Ringier sprach demnach vor gerade einmal 40 Zuhörern über Strategie und Schröder, „lau und lustlos“ habe sich die Medienstadt Hamburg präsentiert.

Statt 1500 wie in den vergangenen Jahren hatten sich nur 1200 Teilnehmer angemeldet, und auch die gingen offenbar nur sporadisch ins CCH. In den Lounge-Bereichen herrschte zum Teil gähnende Leere, auch bei attraktiven Fachthemen blieben manche Säle halb leer. Eine Hamburger Agenturchefin faßte den Eindruck vieler Teilnehmer so zusammen: „Das Programm ist fachlich besser als vor einem Jahr. Aber die Atmosphäre ist deprimierend.“

Die Suche nach den Ursachen fördert eine angebliche „Kongressmüdigkeit“ zu Tage, induziert durch ein Überangebot an Tagungen und Kongressen. Puh, da haben wir ja noch mal Glück gehabt, dass diese Müdigkeit nicht schon drei Wochen früher ausgebrochen ist.

Andere Organisatoren warfen sich gegenseitig vor, daß der Hamburger Dialog zu nüchtern, zu emotionslos, zu wenig inszeniert sei.

Wer weiß?

Oberpeinlich allerdings Ole von Beust, der den Kongress eröffnen durfte:

Unverblümt gab von Beust zu erkennen, daß er sich nicht mehr ganz sicher sei, ob Hamburg wirklich noch die deutsche Medienhauptstadt sei. „Bei den elektronischen Medien sind wir es ja leider nicht mehr“, sagte er vor 400 Zuhörern.

Ein Hammer! Bloß gut, dass Martin Ax aufgepasst hat:

Das stimmt so nicht, Herr Bürgermeister. Nur im TV-Bereich ist Hamburgs Rolle fraglich. In den Wirtschaftszweigen Internet, Hörfunk, Filmproduktion und Videospiele ist Hamburg ebenso führend in Deutschland wie bei den traditionellen Print-Medien.

Und im Kongressbereich wird Hamburg spätestens 2007 die Führungsrolle zurückerobern – mit „Next 10 Years 2007″. Das sind wir Hamburg, unserer Perle einfach schuldig.

Trendkost

Max Zorno stellt fünf Trends im Fach-Einzelhandel zur Debatte:

  • Trend 1: Viele traditionelle Fachhandelsgeschäfte werden sterben
  • Trend 2: Der stationäre Verkauf lebt weiter – aber in zwei gänzlich anderen Ausprägungen als heute
  • Trend 3: Beratung wird kostenpflichtig
  • Trend 4: Die Handelskette wird kürzer: Händler werden zu Herstellern
  • Trend 5: Das Internet wird zum Spezialitätenladen

Blogshopper

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Shopify wechselt von der Beta– in die Sneak-Preview-Phase. So sieht mein neuer, völlig unbehandelter Shopify-Shop aus. Das Admin-Interface verspricht einiges: Unter „Blogs & Pages“ lassen sich nicht nur statische HTML-Seiten, sondern auch ganze Blogs anlegen. Mal schauen, welche Features die Plattform bietet. Vielleicht ist ja Shopify in Bälde die Lösung der Wahl für jeden bloggenden Verkäufer oder verkaufenden Blogger?

Nachtrag: Klaas Wilhelm Bollhöfer analysiert, warum eher nicht.
Wird fortgesetzt.