Martin Recke

Co-Founder @nextconf, corporate editor @AccentureSong, PR guy, blogger, journalistic background, political scientist, theology, singer, father, landlord, roman-catholic.

Die Googlelisierung des Fernsehens

Was ist eigentlich das Schlechteste am Medium Fernsehen? Das Programm? Teleshopping? Werbung? Weit gefehlt! Es ist die Bedienung des Mediums durch den Nutzer. Allein schon das Wort Bedienung in seiner Vieldeutigkeit, die vom Bedienen eines Kunden oder Gastes über das Handhaben und Steuern von Geräten bis zur militärischen Einheit reicht, die ein Geschütz bedient (vgl. Duden, Deutsches Universalwörterbuch).

Die Fernbedienung (und es bleibt ja nicht bei einer, sondern schnell ist das halbe Dutzend voll) dient längst nicht mehr der Sofakartoffel, der sie den Gang zum Gerät erspart. Sie macht mit ihrer kryptischen Handhabung den Zuschauer zum Diener des Mediums. Sie gleicht einem Zugangskontrollsystem, das die Eingabe schwer zu merkender Codes erfordert, bevor sich die Tür zum erstrebten Erlebnis öffnet.

Demgegenüber haben wir Digerati uns in zehn Jahren Internet und zwanzig Jahren PC an andere Standards gewöhnt. „The truth is that we already know what good looks like“, schreibt Alan Schulman, Chief Creative Officer der Agentur Brand New World, in einem Essay, auf den uns Nico Zorn aufmerksam macht.

The creativity and elegant simplicity built into user interfaces like Google, Apple’s iPOD® and OSX, Motorola’s RAZR, Visible World’s MiTV, and TiVo’s Favorites all demonstrate best practices in making it easy for the consumer to navigate choice. So much so that we’ve come to expect that same simplicity and elegance in everything we power up. And this is why we become so easily frustrated by everything from cable and satellite remotes, to digital cameras to printers whose manufacturers just don’t get it.

All is not lost. HDTV looks great. Broadband video is generating new revenue. Reality TV is withering and scripted drama is back in a big way.

But what excites me as a creator of advertising messages is the opportunity to re-invigorate television advertising with new creative units and contextual placements– if we can just re-invent TV’s navigation.

Imagine an iTunes-like home page coming up on your television complete with everything from „most watched“ to „recommendations for you“ to „From the NBC archives.“ Then, imagine all the opportunities for advertisers to contextually match their brand attributes to your content attributes and serve appropriately.

Will we get there?

Just ask Google.

Kein Wired in Deutschland?

Warum gibt es eigentlich in Deutschland keine Zeitschrift wie Wired?

Diese völlig berechtigte Frage stellt Nico Lumma anlässlich der Wiedervereinigung von Wired mit dem langjährig bei Lycos geparkten Ableger Wired News. In den Kommentaren werden schon die üblichen Verdächtigen wie der Stern-Ableger Konr@d und die Zeitschrift Pl@net genannt.

Was fehlt? Mitte der 90er Jahre betrieb Klaus Madzia (ja, genau der spätere Chef von Net-Business, der einen Redakteur zu der Wendung „Bring mir den Kopf von Klausmausi Madzia“ veranlasste) beim Spiegel das Projekt einer deutschen Lizenzausgabe von Wired. Daraus wurde aus vielerlei Gründen nichts. Einer davon war die völlig richtige Erkenntnis, dass der deutschsprachige Markt für eine solche Publikation einfach zu klein ist.

Eingedeutschte Kopien amerikanischer Magazine wie Business 2.0 (ja, davon gab es bis April 2001 eine deutsche Ausgabe!) haben das später eindrucksvoll bewiesen. Fast Company ging im Jahr 2000 für 375 Millionen Dollar an Gruner + Jahr, die ebenfalls eine deutsche Ausgabe planten, die niemals erschien, und sich fünf Jahre später für einen Bruchteil der Summe wieder davon trennten.

Nur Brand Eins zieht unbeirrt seine Kreise. Aber auch dieses Blatt musste sich zweimal häuten, um zu überleben. Kennt jemand noch den Namen Econy? (Bitte nicht die Domain econy.de aufrufen, das treibt Tränen in die Augen.)

Live aus KA

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Combots lüftet heute das Geheimnis, was sie mit dem Geld aus dem Verkauf von Web.de gemacht haben. Eine etwas nebulöse Pressemitteilung ist schon draußen. Djure Meinen bloggt live (wenn er nicht des Saales verwiesen wird).
Nachtrag: So, jetzt wissen wir’s:

Es ist keine Hardware. Es wird ein riesiger Haufen Infrastruktur an den Start gebracht. Es sieht cool aus, wenn man auf Mangas steht. Es vereinfacht die Kommunikation. Aber nur für diejenigen, die es schaffen, alle ihre Kontakte in das System zu locken.

Danke, Djure!

Zweiter Nachtrag: Golem war auch da.
Dritter Nachtrag: Djure fasst zusammen. In 17 Punkten. Und Alexander Freimark analysiert die Auswirkungen am Kapitalmarkt.