Als „Wetten, dass“ heute in den letzten Zügen lag, hatte Peter Turi im Spiegel vom kommenden Montag (2. Oktober) eine Preziose entdeckt. Die lapidare Meldung gibt einen kleinen Vorgeschmack darauf, was den alten Medien noch so alles blühen wird. (Und die Turi-Kinder sitzen nebenbei am Rechner, so wie ich heute auch.)
Martin Recke
Das war knapp

Seit drei Tagen habe ich im Heimbüro einen Pauschaltarif (also known as flatrate) von Tele2. Gut so, denn Ende September wäre mein alter 1&1-Zugang vermutlich deaktiviert worden. Schließlich hatte ich ihn Mitte Juli gekündigt, mit vertragsgemäßer Frist von zwei Monaten zum Monatsende.
Damals (die Älteren unter uns werden sich erinnern: vor meinem Urlaub und dem anschließenden Knöchelbruch) hatte ich den Telefon- und Internetpauschaltarif von Tele2 bestellt und an sich erwartet, dass es vielleicht zwei oder drei Wochen dauern würde, bis alles umgestellt wird.
So kann man sich täuschen. Die Bestellbestätigung von Tele2 datiert vom 12. Juli. Am 29. Juli kam eine Mail vom Kundendienst:
Gerne möchten wir Ihren Auftrag so schnell wie möglich bearbeiten. Hierzu fehlen uns noch einige Angaben zu der von Ihnen gewählten Tarifoption.
Da wir Sie telefonisch nicht erreichen konnten, möchten wir Sie bitten, uns unter der kostenfreien Rufnummer 0900-1-XX-XX-XX (Menüpunkt 1) zurückzurufen.
Unsere Mitarbeiter können dann Ihre Bestellung mit Ihnen gemeinsam klären.
Kaum aus dem Urlaub zurück, rief ich also dort an. Das Problem war schnell geklärt: Ich hatte offenbar nicht die erste MSN meines ISDN-Anschlusses angegeben (war danach gefragt worden?), weshalb die Rufnummer keinem Anschluss zugeordnet werden konnte…
Nun dauere es aber nur noch drei Wochen, versicherte mir der freundliche Mitarbeiter am heißen Draht. Ok, kein Problem bis jetzt.
Eine Woche nach diesem Anruf brach mein Knöchel, ich verabschiedete mich ins Krankenhaus und damit vom Internetzugang. Wieder zurück im heimischen Bett, hätte ich einen Pauschaltarif gut gebrauchen können. Inzwischen war auch einige Zeit vergangen. Also erneuter Anruf beim Kundendienst: Wann kommt denn nun mein neues Internet?
Ja, das könne noch etwas dauern, es gebe da Probleme mit den Schnittstellen, und die Telekom gebe den Anschluss nicht frei, weil da ja noch ein anderer Anbieter drauf sei.
Ich, etwas irritiert: Ja, natürlich. Ich habe ja noch einen funktionierenden DSL-Zugang, wie Tele2 aus meiner Bestellung bekannt sein müsste, und ich habe auch die Frechheit, ihn zu nutzen, weil ich ihn brauche. Darauf der Dienstmann:
Nein, mit einer unterbrechungsfreien Internetnutzung solle ich lieber nicht rechnen. Und es werde weitere zwei bis drei Wochen dauern. Nein, die Hardware – mir ging es vor allem um den DSL-Router – könne man mir nicht jetzt schon schicken, weil ich ja noch vom Vertrag zurücktreten könne, und dann hätte Tele2 den Salat (sinngemäß).
Großartig, dachte ich, und bestellte einen DSL-Router bei Amazon, damit das Elend wenigstens einstweilen ein Ende habe.
In der Zwischenzeit nutzte ich fleißig meinen 1&1-Zugang und konnte zusehen, wie die Uhr die Schwelle von 100 Stunden pro Monat überschritt, ab der jede weitere Minute zusätzlich kostete. Und zwar nicht zu knapp. Super.
Mitte September kam Post von Tele2. Man könne mir nun meinen DSL-Zugang schon ab dem 24. August (!) freischalten, und die Hardware gehe jetzt auf den Versandweg. In wenigen Tagen schon sei es soweit.
Anruf bei den freundlichen Kollegen von Tele2: Stimmt das Datum? Ist vielleicht der 24. September gemeint? Antwort:
Nein, das ist schon richtig so. Es habe da Probleme mit der Telekom gegeben, aber nun sei alles gut.
Am Dienstag dieser Woche kam schließlich das Paket mit der Hardware. Der bestellte DSL-Router sei leider nicht lieferbar, hieß es im Begleitschreiben, weshalb ich ersatzweise einen konventionellen Router bekam, den ich auch nach Eintreffen der Nachlieferung behalten könne.
Aber das macht jetzt auch nix mehr. Mir reichten die Zugangsdaten zum Glück. Flugs den vorhandenen Router mit den neuen Zugangsdaten konfiguriert, und schon begann das Pauschalvergnügen.
Schade nur, dass der Münte-Gips inzwischen weg ist, ich also wieder Autofahren kann und daher täglich im Büro bin – mit anderen Worten: Jetzt ist die Flatrate zwar nett (und günstiger als mein früherer Tarif sowieso), aber längst nicht mehr so wichtig wie sie in den Wochen zuvor gewesen wäre…
Kreativstrategien im Netz
Die Folien zum Workshop, den Malte Blumenthal letzte Woche auf der OMD gehalten hat, sind jetzt da. Oder vielmehr hier [PDF, 3 MB]. Die Tonspur liefert Malte gern auf Anfrage mündlich dazu. 😉
Auf der Buchmesse
Bis jetzt 17 10 Blogger plus Backoffice berichten live von der Frankfurter Buchmesse (Termin: 4. bis 8. Oktober). Und wir können sagen, wir sind dabei gewesen – und zwar als Sponsor des offiziellen Buchmesse-Blogs. Es ist uns eine Ehre und ein Vergnügen.
Übrigens, es hilft nichts: Auch die Buchmesse debattiert über Web 2.0. Die Runde wäre, falls alle zusagen, prominent besetzt – mit Ibrahim Evsan (sevenload), Lars Hinrichs (openBC/Xing), Kurt Jansson (Wikimedia) und Oliver Wagner (Lycos/Agenturblog).
Versandhandel goes Web 2.0
Auch der Versandhandel kommt am Thema Web 2.0 nicht mehr vorbei. Auf dem Versandhandelskongress (Termin: 25./26. Oktober und damit parallel zur Internet World) moderiert Matthias Schrader eine Fachkonferenz namens „Web 2.0: E-Marketing und neue Verkaufsmodelle“.
Nach seinem Impulsreferat („The next 10 years“) kommen Jürgen Siebert (FontShop, FontBlog) und Michael Schröpfer (Schober) zu Wort. Den Abschluss bildet eine Diskussionsrunde mit Markus Krechting (neckermann.de), Patrick Palombo und Jürgen Siebert.
Schaun mer mal, ob Matthias Schrader inzwischen die Kunst der Bilokation beherrscht, sitzt er doch am gleichen Tag in München auf einem anderen Podium…
Oktoberfest
Noch gut drei Wochen. Dann kann man im Grunde nach München umziehen und dort zuerst die Medientage (18. bis 20. Oktober), danach die Systems (23. bis 27.) und schließlich die Internet World (25. und 26.) besuchen.
Auf der Internet World sind in diesem Jahr drei Referenten und zwei Projekte aus dem Hause SinnerSchrader zu bewundern.
- Kerstin Hartmann, Leiterin Online-Marketing von Hapag-Lloyd Express und Michael Bocks, Projektmanager Corporate Communications bei Dräger Safety, stellen sich am ersten Kongresstag den Fragen zum Thema „Siteoptimierung durch Tracking“.
- Mit Jochen Krisch (Exiting Commerce) und Michael Kahr (T-Systems Multimedia Solutions) darf ich am zweiten Kongresstag debattieren. Die Frage lautet: Quo vadis E-Commerce 2.0?
Matthias SchraderJörg Tschauder sitzt danach in einem Panel zum Thema „Webcontrolling 2.0: Vom Zugriffszähler zum Instrument des strategischen Managements“.- Und schließlich redet Mark Pohlmann in einer Runde mit, die sich mit „Online Kundenservices: Communities, Customer Blogs“ befasst.
Das müsste als Grund zum Kongressbesuch doch eigentlich ausreichen. Wir tun, was wir können.
1.050 Dollar für einen alten Rasierbeutel

Geht nicht? Bei Ebay schon. Und was lehrt uns diese Geschichte? Mit der richtigen Story – hier als Fortsetzungsgeschichte mit Cliffhangern inszeniert – lässt sich alles verkaufen. Sex sells. [via digg]
Mythos Werbung
Die FAZ räumt in ihrer Wochenendausgabe mit dem mythischen Glanz des Werberlebens auf. Und zwar dort, wo der potenzielle Nachwuchs liest – im redaktionellen Mantel des Stellenanzeigenteils.
Ein Posten in der Werbung ist bei vielen Berufseinsteigern heiß begehrt. Dabei werden die Schattenseiten dieser Branche gerne übersehen: Zunächst miese Bezahlung, höllische Arbeitszeiten und zunehmend unsichere Perspektiven.
Starring: Agenturberater Heiko Burrack, Werner Knopf von KNSK, Till Wagner von JWT, Henning von Vieregge, Geschäftsführer des Branchenverbands GWA, Oliver Goller von MV Marketing Vision in Wetzlar und Young & Rubicam-Chef Norbert Lindhof.
Xinging in the Rain

Das Thema des Wochenendes ist die anstehende Umbenennung von openBC in Xing. Dass eine solche bevorstand, hatte Lars Hinrichs schon vor geraumer Zeit in der Wirtschaftswoche angekündigt.
Der Kommunikationsfahrplan von openBC war ein anderer. Für Montag sind einige Blogger nach Hamburg geladen, und die große Glocke sollte erst zur Mitte der Woche geläutet werden. Doch nun gewann das Thema eine gewisse Eigendynamik, als Remo Uherek in seinem Blog mit dem unaussprechlichen Namen den Schleier lüftete.
Ganz ähnlich war es vor geraumer Zeit dem Scobleizer ergangen, als er seinen Posten bei Microsoft aufgab. Auch er hatte einen PR-Plan, wollte er doch die Story dem Wall Street Journal exklusiv verkaufen. Doch richtig groß wurde die Geschichte genau andersherum: Blogger griffen sie vorzeitig auf, bis die klassischen Medien nicht mehr an ihr vorbeikamen.
Ja, mach nur einen Plan
Sei nur ein großes Licht!
Und mach dann noch ’nen zweiten Plan
Geh‘ n tun sie beide nicht.
Auch wenn der weitere Verlauf der Change Communication noch nicht absehbar ist – bis hierhin ist alles bestens gelaufen, wenn auch offenbar anders als geplant. Herzlichen Glückwunsch!
Nachtrag: Was aus markentechnischer Sicht gegen Xing spricht, hat Hannes Offenbacher zusammengetragen.
Preis für Plus
Einen Preis mit dem etwas sperrigen Titel „Online-Unternehmen des Konvergenz Award 2006″ hat der Lebensmittel-Discounter Plus auf der OMD bekommen. Der Konvergenz Award prämiert Kampagnen, die Online-Auftritte mit mindestens einer weiteren Mediengattung intelligent verknüpfen und das Medium Online als wesentlichen Kampagnen-Baustein einsetzen.
Plus hat nach Ansicht der Jury diesen Aspekt in seinen aktuellen Kampagnen konsequent durchdekliniert und neben TV-Spots und Printanzeigen auch aufmerksamkeitsstarke Online-Werbemittel eingesetzt. Gut angekommen ist bei den Juroren auch das Testimonial Kai Pflaume. Aus der Begründung:
Die Jury honoriert vor allem die Bereitschaft des Discounters, neue Wege für die Gattung Online aufzuzeigen. Während in den letzten Jahren viele Branchen – z.B. Reiseanbieter oder Versandhäuser – ins Web expandiert haben, war PLUS bislang als klassischer Supermarkt bekannt. Der Jury gefiel besonders, dass mit PLUS nun auch ein reiner Retailer sein Geschäftsmodell signifikant um den für dieses Unternehmen untypischen Vertriebskanal Internet erweitert hat. Mit den stationären Filialen und dem Online-Shop vernetzt PLUS nun optimal zwei im Grunde völlig konträre Vertriebswege. Diese Strategie ist nach Ansicht der Jury für ein Unternehmen, das sich bislang auf den stationären Handel konzentrierte, äußerst mutig und zeigt auf der anderen Seite wiederum die hohe Relevanz des Mediums Online auch für diese Branche.
Plus hatte seinen Online-Shop im Februar einem Relaunch unterzogen (Agentur: SinnerSchrader Studios).


