Heute treffen sich die Aktionäre der SinnerSchrader Aktiengesellschaft zum alljährlichen Hochamt Familientag zur jährlichen Hauptversammlung. Der Tagungsort ist diesmal die Fabrik in Ottensen. Mehr dazu später.
Das Kontrastprogramm dazu geht heute in München zuende. Die beste Berichterstattung über Burdas Digital, Life, Design leistet eindeutig Bruno Giussani in seinem Blog Lunch over IP.
Zurück nach Hamburg. Jetzt spricht Person Wilm Diedrich Müller und begründet seine Gegenanträge [PDF]. Anders als die Vorredner erhält er keinen Applaus aus dem Auditorium.
Felix Schwenzel schreibt wirres.net aus München. Christian Stöcker von Spiegel Online sieht dort Techno-Humanisten am Werk. Und Thomas Cloer von der Computerwoche geht nach Hause.
Martin Recke
Reparaturbetrieb Apple
Apple verzichtet auf Mavens, diagnostiziert nebenan der Kollege Themenblogger. Ich bin anderer Meinung.
Zwar hat Apple „Computer“ aus dem Firmennamen gestrichen. Aber trotzdem werden sie weiterhin produziert (auch wenn hartgesottene Mac-Mavens um die „beste Arbeitsumgebung, die man heute haben kann“ fürchten).
Nein, es geht bei Apple nicht um „Lifestyle-Gadgets“. Jedenfalls nicht vorrangig. Apple repariert nacheinander die kaputten Zweige der Unterhaltungs- und Kommunikationsindustrie.
- Der iPod hat den von der Musikindustrie sorgfältig verschlungenen Gordischen Knoten des digitalen Musikvertriebs zerschlagen. Zwar sind damit noch lange nicht alle Probleme gelöst, aber immerhin kann man jetzt Musik im Netz kaufen und auf Silberscheiben brennen – vorher fast ein Ding der Unmöglichkeit.
- Das iPhone hat ein ähnliches Ziel für die Mobilfunkindustrie. Kein anderes Gerät ist so kaputt wie das Mobiltelefon – und gleichzeitig so sehr mit dem täglichen Leben verflochten.
- Apple TV wird für digitales Fernsehen, IPTV und Breitbandinternet, was iTunes für Musik war.
Wer das nicht glauben mag, lese diesen anregenden Artikel in der E-Commerce Times. Wir sprechen uns 2009 wieder.
Apple TV zeigt ganz nebenbei auch die künftige Markenstrategie von Apple: Die Dachmarke wird wieder zur Produktmarke. Freuen wir uns auf Apple Books, Apple Player, Apple Phones und Apple TV.
Keine Jahrhundertflut
Noch ein Blick auf den Pegel St. Pauli: Sah nicht dramatisch aus. Der Höchststand lag gegen Mitternacht bei etwa 8,60 Meter, also 3,60 Meter über Normalnull oder 1,50 Meter über dem mittleren Hochwasser.

Wirklich ungewöhnlich waren die warmen Temperaturen. Sturmfluten bei zweistelligen Plusgraden kannte ich bisher nur im Oktober. Im Januar ist es sonst bei Sturm eher kalt. Hinter der Kaltfront von Kyrill hat es sich zwar abgekühlt, aber kalt ist es nicht direkt.
Kleine Sturmflutkunde
Der Regen hat nachgelassen, der Wind etwas zugelegt. Aha, gerade sehe ich, dass es jetzt auch wieder regnet. Thomas Knüwer sammelt Orkankommentare ein. Zum Thema Sturmflut gibt es bei Spiegel Online schon wieder eine halbe Entwarnung.
15.21 Uhr
Es ist relativ dunkel für die Uhrzeit, auch zu dieser Jahreszeit. Sonst alles im grünen Bereich. Bis auf die schwachbrüstige Website des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie.
15.35 Uhr
Die Sturmflutwarnung des Bundesamts mit der überforderten Webpräsenz von heute früh besagt dies:
Für die deutsche Nordseeküste besteht
die Gefahr einer schweren Sturmflut
In der Nacht von Donnerstag zu Freitag wird das Hochwasser an der ostfriesischen Küste und im Wesergebiet
2,5 bis 3 m höher;
an der nordfriesischen Küste und im Elbegebiet
3 bis 3,5 m höher als das mittlere Hochwasser eintreten.
Das mittlere Hochwasser liegt am Pegel St. Pauli bei 7,09 Meter. Normalnull sind hier genau 5 Meter. Das mittlere Hochwasser – es tritt täglich zweimal auf, da steht dann nix unter Wasser – läuft also 2,09 Meter hoch auf.
Für die kommende Nacht werden nun Wasserstände von 5,09 bis 5,59 Meter über Normalnull erwartet. Die Deichlinie liegt in Hamburg bei 7,20 Meter – da wäre dann noch ziemlich viel Luft. Bis 2010 soll übrigens, schreibt die Wikipedia, durchgängig eine Mindesthöhe von 8,50 Meter – in Einzelfällen bis 9,00 Meter – erreicht sein.
Die Flut von 1962 lief am Pegel von St. Pauli auf die bis dahin nie zuvor gemessene Höhe von 5,70 Meter über Normalnull auf – ein Wert, der heute wieder erreicht werden könnte. Am 3. Januar 1976 allerdings stand das Wasser bei 6,45 Meter.
15.45 Uhr
Kräftiger Regen, sehr dunkle Wolken. Wind.
15.48 Uhr
Windstärken von 120 km/h sind übrigens nichts Katastrophales nicht das Maximum. 1962 wehte der Wind in Orkanböhen mit bis zu 200 km/h. Sagt jedenfalls die Wikipedia.
15.51 Uhr
Es blitzt und donnert.
16.14 Uhr
Der Spiegel-Ticker berichtet von Wind bis 191 km/h.
16.39 Uhr

Live-Bild vom Fischmarkt. Die van der Zalm GmbH macht’s möglich. (Deren Webcamuhr geht vor.)
18.20 Uhr
Wind und Regen. Die Verkehrslage sieht nicht gut aus. Ich fahr dann mal besser nach Hause.
18.22 Uhr
Jetzt jault erstmals der Wind.
21.22 Uhr
Die Heimfahrt war dann relativ ruhig, wenig Verkehr auf den Straßen und etwas Regen und Wind. Kurz vor der Hamburger Stadtgrenze begann ein heftiges Schauer mit entsprechenden Böen, aber auch das ging vorbei. Die Elbe stand etwa auf Hochwasserniveau, allerdings sollte sie jetzt ja eigentlich ablaufen und kurz vor Mitternacht den Niedrigwasserstand erreichen.
Hier draußen, westlich vor der Stadt, pfeift der Wind ordentlich um die Häuser. Die Straßen sind noch leerer als sonst. Vor etwa einer halben Stunde ging ein heftiges Hagelschauer mit kräftigem Wind nieder. Danach hat sich das Wetter wieder beruhigt.
Die Website des BSH ist wieder da. Die Sturmflut wird jetzt nur noch mit 2,50 Meter über dem mittleren Hochwasser prognostiziert. Der Sturm bläst nicht aus Nordwest, sondern eher aus West bis Südwest. Für die Elbmündung und die Unterelbe bis Hamburg würde Nordwestwind die Sturmflut verstärken.

Am Pegel St. Pauli ist jetzt gut zu sehen, dass das Wasser nicht abläuft. Die nächste Flut nach Mitternacht wird sich also sozusagen über das stehengebliebene Wasser der letzten Flut schieben. Um 4.24 Uhr wäre planmäßig der höchste Stand am Pegel St. Pauli zu erwarten.
22.22 Uhr
Alles ruhig. Nur gelegentlich brausen noch ein paar eilige Luftmassen vorbei. So wie es aussieht war das wohl Kyrill. Die nächsten Tiefdruckgebiete heißen Lancelot und Malte.
22.44 Uhr
Um 22.22 Uhr war in St. Pauli schon wieder der Stand des Nachmittagshochwassers erreicht, etliche Stunden zu früh. Mal sehen, wie hoch das Wasser in den nächsten Stunden aufläuft.
Wird fortgesetzt.
Alles ruhig am Fischmarkt
Ganz Deutschland wartet auf den Orkan. Der Hohepriester der Metakritik sorgt sich um uns, ganz Hamburg und halb Norddeutschland. Aber mehr als etwas Regen und Wind ist nicht. Bis jetzt. Abwarten.
An der Blogbar nimmt der notorische Vielschreiber aus Seehofers Heimat das jüngste Produkt aus dem Muppets Laboratorium Holtzbrinck E-Lab auseinander. (E-Labs kommen übrigens auch wieder – jeder muss jetzt dringend eines haben!) Die abgeschriebenen Pressetexte journalistischen Qualitätsprodukte entsprechenden Meldungen dazu finden sich bei Golem und Heise.
Nicht mehr ganz so neu, sondern schon im November gestartet sind die apothekenhelfer, ein guenstiger.de für Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel und Pflegeprodukte. Am häufigsten werden dort Jojobasamenkapseln gesucht, gefolgt von Aspirin Plus C, dessen Preisspanne immerhin von 4,33 bis 7,69 Euro reicht, natürlich plus Versandkosten. Da ist die Fischmarkt-Apotheke wahrscheinlich günstiger.
Wieder da ist broadshore.com wavelayer.com. Dafür müssen wir uns vom E-Business Weblog verabschieden. Aus der Feder von Martin Röll hat auch der Fischmarkt unzählige Anregungen erhalten. Vielen Dank dafür!
Literatur bei TUI.com
Wo finden sich bei TUI.com kleine Preziosen wie diese?
Traumstrände auch in Europa? Weiß, kilometerlang und menschenleer. Fuerteventura,
die Insel des ewigen Sommers, lädt ein zum einsamen Tagträumen im Sonnenschein bei steter
Brise.Wir marschieren barfuss Kilometer um Kilometer, bloß weg von Jandia, der Bauruine im Süden, hin
zur unberührten Küstenlinie, wo Sand und Meer sich unbeobachtet küssen. Da sehen wir den
idealen Ort des Verweilens, eine runde heimelige Felsenburg, fast so wie die Sandburgen an der
Nordsee, drei Meter im Durchmesser, ein niedriges verwittertes Mäuerchen aus lose aufeinander
geschichteten Steinen.Super, sagt meine Frau, idealer Wind- und Blickschutz. Sogar einen kleinen Eingang gibt es. Aber:
der ist versperrt mit einem Brett. Darauf steht mit Lippenstift geschrieben. „Reserviert bis 27.1.
von Familie Haferkorn aus Gütersloh.“
Die Antwort steht im Themenblog.
Turbo für den Online-Handel?

Voll des Lobes ist Matthias Schrader vom Kongress Online-Handel 2007 zurückgekehrt. Die von ihm moderierte Session („Web 2.0 – Der Turbo für den Online-Handel?“) sei wirklich sehenswert gewesen, die Co-Referenten Andreas Milles/Spreadshirt und Markus Krechting/neckermann.de absolut überzeugend.
An die Session schloss sich eine spannende Diskussion auf dem Zukunftspanel an. In der vertrat Matthias Schrader die These, dass den Infrastrukturthemen die ganz große Zukunft beschieden sei. Beispiele: Google und das Betriebssystem der Werbung, Amazon als Infrastruktur- und Logistikbetreiber für Versandhandel sowie Ebay mit Paypal und Skype als Plattform für den Handel zwischen Konsumenten.
Wie gewohnt hier die Schraderschen Folien [Quicktime, 102 MB].
Was das iPhone alles kann
E-Commerce goes TV
Christian Gummig und Jens Kliever haben targa.tv gestartet. Ihr neues Unternehmen produziert transaktionsorientierte digitale TV-Formate, vulgo Verkaufssendungen für die digitale Breitbandwelt, eine Kombination von Teleshopping und E-Commerce.
Die beiden Gründer gehen mit drei spannenden Thesen an den Markt, die wohl ganz nach dem Geschmack von Jochen Krisch sein dürften:
- Das Breitband-Internet wird zum Bewegtbild-Internet – und aus statischer Präsentation wird Dynamik.
- E-Commerce wird zum TV-Commerce – weil bewegte Bilder und bewegende Moderatoren besser verkaufen.
- TV-Commerce wird zum Spartenprogramm – mit den richtigen Produkten für klar definierte Zielgruppen.
Christian Gummig, der Mann mit der markanten Holger-Jung-Frisur, ist ein alter Bekannter. Bei Me, Myself & Eye (MME) baute er seinerzeit die Agenturtochter mme|cc: auf. Später war er bei AOL und der T-Com tätig.
SinnerSchrader wird mit targa.tv zusammenarbeiten. Denn was wären digitale TV-Formate ohne die nötige Infastruktur für den Verkauf via Web?
Prosit Podcastra!

André und Matt machen ernst werden seriös starten Podcastra neu und dürfen jetzt auch auf den Fischmarkt haben mir deshalb gestattet, hier darauf hinzuweisen.
Kein Relaunch ohne Verluste: Die Ausgaben 1 bis 48 sind nicht mehr online. Von jetzt an wird, nomen non est omen, bei Podcastra Wein getrunken.




