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The Age of Augmented Humanity.

Es waren große Worte, mit denen Eric Schmidt, CEO von Google bei der diesjährigen IFA eingeleitet wurde. Niemand Geringeres als Albert Einstein und seine Vision von Technologie als Wegbereiter der Demokratie dienten als Prolog:

„Technology enables communication and communication enables democracy!“

Schmidt mühte sich den Worten gerecht zu werden und sprach gleich von einem neuen Zeitalter, das eingeleitet sei: das Zeitalter der Erweiterten Menschheit! Die begriffliche Ähnlichkeit zur Augmented Reality fällt dabei auf und in einem Interview mit der FAZ hat Eric Schmidt auch betont, dass die Augmented Humanity auf dem selben Prinzip aufbaue. So soll uns in 5-10 Jahren unser mobiles Gerät nicht nur mitteilen, wer die Oper direkt vor mir erbaut hat, sondern auch mitteilen, ob Freunde von mir in der Nähe sind oder welche Geschäfte, vielleicht sogar welches andere Opernstück ich mir in der Umgebung anschauen könnte, weil es eher meinen Geschmack trifft. Im Prinzip heißt das nicht anderes, als dass Google in Zukunft unsere Wünsche, Stimmungen und Freunde so gut kennt, dass mir nicht nur Dinge, Orte oder Erlebnisse vorgeschlagen werden, nach denen ich suche, sondern, von denen ich bisher noch gar nichts ahnte.

„Computer science is now driving knowledge in human discipline in all sorts of new ways… Imagine a future where you don’t forget anything. Why? Because the computer remembers. You don’t have to remember anymore.“

Ein Computer, der dir alles Wissen der Welt in Sekundenschnelle zur Verfügung stellt? Das hatten wir doch schonmal. Genau, IBM verkündete vor einigen Wochen den allwissenden Computer konstruieren zu wollen. Hier bei Fischmarkt schrieben wir damals, dass der Watson genannte Supercomputer Antworten auf komplizierte Fragen innerhalb weniger Sekunden finden könnte; und all das ohne große Streuverluste mit irrelevanten Informationen, wie wir es von Google kennen.
Der erste Schritt in das Zeitalter der Augmented Humanity ist nun mit Google Instant getan. Bei dieser Weiterentwicklung der Suchmaschine erscheinen in Echtzeit unter der Eingabeleiste potentielle Suchergebnisse und gibt uns so, quasi unterwegs noch alternative Inhalte mit auf den Weg.

Diese generische Suche ist nur ein erster Schritt in die von Schmidt beschriebene Vision des personalisierten, ortsgebundenen und allwissenden Informationsdienstes. Insbesondere das Attribut allwissend dürfte im Zusammenhang mit Google für Aufsehen sorgen und die Befürchtungen, die im Zuge der StreetView-Debatte beinahe schon hysterische Züge annahmen, schüren. Denn während bei Google Instant noch die Statistik die Wahrscheinlichkeit berechnet, auf deren Grundlage Suchergebnisse vorgeschlagen werden, geht die von Schmidt auf der IFA vorgestellten Vision weiter:

When I walk down the streets of Berlin, I like history. What I want is for my computer – my smartphone – to be doing searches constantly. Did you know? Did you know? Did you know? This occurred here. This occurred there. Because it knows who I am, it knows what I care about, and it knows roughly where I am.
This notion of autonomous search – the ability to tell me things I didn’t know but am probably very interested in – is the next great stage, in my view, of search.

Erweitert die Google-Vision also unser Leben um sinnvolle Instrumente? Oder kommen wir dem Schreckensszenario von George Orwells „Big Brother“ einen Schritt näher?

Multitouch von Microsoft

Microsoft Surface (Demovideo)

Bis gestern dachte ich, große Multitouchscreens seien von der Marktreife noch ein gutes Stück entfernt. Doch nun hat Microsoft auf der D5: All Things Digital eine Art Multitouch-Tisch („Microsoft Surface“) vorgestellt.

Die Maschinen sollen noch in diesem Jahr käuflich zu haben sein, preislich allerdings etwa um den Faktor 10 teurer als herkömmliche Rechner. Larry Larsen zeigt ein zehnminütiges Demovideo. Heise tickert eine Zusammenfassung der Pressemitteilung von Microsoft.

Doch am besten zeigt dieser Vierminüter von PopularMechanics, was in Microsofts neuem Tisch steckt:

Robert ist schon ziemlich aufgeregt.

Warum Endlosterminserien böse sind

Serientermine bei Outlook

Ist Outlook eigentlich schon Web 1.0? Oder eher noch Web 0.5? Wie dem auch sei – vor sechs Jahren war Outlook/Exchange ein echter Fortschritt. Heute ist es ein echtes Produktivitätshindernis.

Ohne diese These jetzt näher begründen zu wollen, möchte ich ein Problem brandmarken, das vermutlich nicht einmal outlookspezifisch ist, sondern viele digitale Kalender teilen – die Terminserien ohne definiertes Ende.

Die sind nämlich böse. Und ich sage auch, warum. In meinem Kalender finde ich eine Reihe solcher Terminserienleichen. Irgendwann habe ich den Fehler gemacht, einer Einladung zuzusagen, und jetzt habe ich den Salat. Es gibt genau drei Möglichkeiten:

  1. Ich kann die verwaiste Terminserie löschen. Damit sind dann aber auch alle vergangenen Termine im digitalen Orkus, und das ist nicht unbedingt erwünscht. Das ist so, als ob ich aus meinem Moleskinekalender die zurückliegenden Termine herausschneiden müsste, nur um künftige Termine zu streichen.
  2. Ähnliches gilt, wenn ich selbst ein Enddatum einsetze. Dann meldet Outlook:

    Alle zu dieser Terminserie gehörenden Ausnahmen gehen verloren. Falls es sich bei Ausnahmen um Besprechungen handelt, werden die Teilnehmer nicht benachrichtigt. Sind Sie damit einverstanden?

    Nein, bin ich nicht. Ich will auch die Ausnahmen behalten. Dafür habe ich einen Kalender.

  3. Bleibt nur, alle künftigen Termine von Hand zu löschen. Oder den ganzen Kalender zu archivieren, einen neuen zu beginnen und dort nur noch neue Termine einzutragen. Mit anderen Worten: Mehraufwand.

Kein Wunder, dass im Kanzleramt ein elektronischer und ein papierner Kalender parallel geführt werden.

Conclusio: Endlosterminserien sollten gar nicht erst erlaubt werden. Bitte in allen digitalen Kalendern abschaffen. Danke.

Original und Phälschung

phishmarkt.gif

Neues von Neusta

Der Bremer Technologie-Dienstleister Neusta, der Anfang des Jahres mit Interwall zur zehntgrößten Agentur des Landes fusionieren wollte, hat jetzt klargestellt, warum aus der Sache nichts werden konnte:

NEUSTA hat mit der Firma Interwall Gesellschaft für digitale Medien GmbH seit Anfang 2006 Fusionsgespräche geführt. Diese wurden von NEUSTA Anfang Juni 2006 abgebrochen, da zu diesem Zeitpunkt die für die mögliche Fusion vereinbarten Voraussetzungen von Interwall nicht mehr erbracht werden konnten.
Die Firma Interwall Gesellschaft für digitale Medien GmbH hat NEUSTA mitgeteilt, dass Sie in Liquiditätsschwierigkeiten größerem Umfangs geraten ist und beim Amtsgericht Bremen vorläufige Insolvenz anmelden mußte. Nach Angaben von Interwall ist die Tochterfirma Interwall Merchandising GmbH von der vorläufigen Insolvenz nicht betroffen.
Aufgrund dieser Sachlage sind die Voraussetzungen für die zwischen Interwall und NEUSTA beabsichtigte Fusion nicht mehr gegeben und NEUSTA hat die Fusionsverhandlungen abgebrochen. NEUSTA bedauert dies, da die mit der Fusion beabsichtigte Vereinigung von hoher technologischer Kompetenz und den Kompetenzfeldern einer Internet-Agentur strategisch sinnvoll gewesen wäre.

Neusta hat aktuell 77 Mitarbeiter (72 feste Mitarbeiter und 5 Auszubildende) und erwartet für 2006 einen Umsatz von 6,2 Mio. Euro (Umsatz 2005: 5,2 Mio. Euro). Das 1. Quartal 2006 sei mit der Gewinnung von drei Neukunden und einem Umsatz von 1,6 Mio. Euro das erfolgreichste Quartal der Firmengeschichte gewesen.

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