Spaß mit Gegenanträgen

Am 18. Dezember findet die ordentliche Hauptversammlung der SinnerSchrader Aktiengesellschaft statt. Veranstaltungsort ist diesmal Kampnagel, wo bekanntlich auch die next09 stattfinden wird. Bei dieser Aktionärszusammenkunft sind auch Gäste gern gesehen. Mail genügt.

Drei äußerst amüsante Anträge hat bereits Aktionär „Herr Müller“ eingereicht. Ein Auszug:

Personen, ich habe

hiermit beantragt, daß der Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2007/2008 im Gegensatz zu dem
Vorschlag laut oben genannter Einladung nicht in der Währung Euro ausgeschüttet wird,
sondern dass stattdessen für das zur Ausschüttung geeignete Geld mindestens acht Aktien an
oben genannter Firma Reederei gekauft und anschließend diese mindestens acht Aktien unter
Anwendung einen solchen Losverfahrens an die Aktionäre der oben genannten Firma
Sinnerschrader ausgeschüttet werden, welches dafür sorgen wird, daß immer mit gleicher
Wahrscheinlichkeit eine Aktie der oben genannten Firma Reederei auf eine Aktie der oben
genannten Firma Sinnerschrader entfallen wird.

Ich würde

meinen Antrag damit begründen, dass ich will, dass die Dividende in einer Währung mit
Erfreulichkeits-Bazillus ausgeschüttet wird, wobei für meinen Geschmack nur Aktien
Währungen mit einem solchen Erfreulichkeits-Bazillus sind, solange jede Person die gleiche
Chance, eine Aktie zu kaufen und dann als Inhaber einer solchen Aktie das Recht
hat, einmal im Jahr die Hauptversammlung seiner Firma zu besuchen und auf derselben
Hauptversammlung seinen Mitaktionären zu irgendetwas Sinnvollem zu gratulieren, wie zum
Beispiel zu dem erfolgreichen Entlasten einen Organs der Firma, an der diese Aktionäre
gemeinschaftlich beteiligt sind, wohingegen dem laut oben genannter Einladung zur
Ausschüttung vorgeschlagenen Euro ein solcher Erfreulichkeits-Bazillus vollständig fehlt,
solange es sich bei der Herausgeberin desselben Euro um die oben genannte Firma
Europäische handelt, um eine öffentlich-rechtliche Einrichtung also, die -bauartbedingt-
niemals irgendwelche Aktionäre zu irgendeiner Hauptversammlung einladen könnte.

Der Verfasser jener Zeilen gibt die Teilnahmewahrscheinlichkeit einschließlich Redebeitrag mit 98 Prozent an. Das wäre dann sein zweiter Besuch auf einer Hauptversammlung von SinnerSchrader.

Qualitätsjournalismus im Netz

Twitter & Co. bringen nichts für Redaktionen? Klar, weil die wenigsten Journalisten twittern oder bloggen, ein Profil bei Xing, StudiVZ oder gar Facebook haben und E-Mail für das Maximum an digitaler Vernetzung halten. Selbst viele Kollegen, deren Themengebiet just das Internet ist, halten sich möglichst fern von sämtlichen Kommunikations- und Interaktionswerkzeugen, die nicht mindestens 30 Jahre alt sind wie die gute, alte E-Mail.
Thomas Knüwer ist eine der wenigen Ausnahmen, selbst Stefan Niggemeier twittert nicht. Netzökonom Holger Schmidt twittert zwar auch nicht, ist aber immerhin bei Xing und Facebook zu finden und schreibt ein kundiges Blog. Ansonsten weitgehend Fehlanzeige.
Twitter & Co. bringen nichts für Journalisten? Klar, so wie Telefon, Fax und E-Mail nichts gebracht haben außer immer mehr Arbeit. Und immer neue Möglichkeiten der Kommunikation und Interaktion. Wer sich dem verweigert, der bekommt zunehmend größere Schwierigkeiten, die neue Medien- und Kommunikationslandschaft zu verstehen. Als journalistisches Mittel bleibt dann der gute, alte Erfahrungsbericht nach dem Muster „Mein schönstes Ferienerlebnis“.
Es gibt kein Geschäftsmodell für Qualitätsjournalismus im Netz? Selbstverständlich gibt es eines. TechCrunch verdient schon lange Geld, die Huffington Post hat gerade 25 Millionen Dollar frisches Kapital erhalten und wird mit 100 Millionen Dollar bewertet. Die Gründe sind einfach:

There is an inevitable shift from offline to online with people increasingly getting their news media online, and this election proved how powerful the Huffington Post could be,“ said [venture capitalist Fred] Harman, in an interview with BoomTown. „And I think the post-election perception of the Huffington Post has changed in the eyes of advertisers to being a key mainstream news site.“

Insofern mutet die Debatte, die hierzulande geführt wird, in jeder Hinsicht gespenstisch an. Nichts gegen Robert Basic, Spreeblick und Bildblog, gegen Spiegel Online und Heise – aber da müsste doch mehr drin sein. Nicht quatschen, machen!

PR-Manager gesucht

Bevor ich noch ein Video drehen muss, versuche ich es mal auf diesem Wege: SinnerSchrader braucht einen PR-Manager (m/w).
Es genügt nämlich nicht, einmal im Jahr die ganze Branche in Hamburg zu versammeln und von morgens bis spät zu bespaßen. Twitter ist gut, Facebook auch nicht schlecht, Blogs sind fein und Xing nicht mehr wegzudenken.
Nein, wir brauchen auch jemanden, der das klassische PR-Handwerk beherrscht, SinnerSchrader in die Presse bringt und gewaltige Mengen Text in kurzer Zeit produziert. Außerdem sollte er oder sie von den im vorigen Absatz genannten Themen mindestens schon mal gehört haben, besser aber dort präsent sein.
Die Sache ist eilig, also bitte jetzt bewerben. Vielen Dank!